Der K(r)ampf mit den Pageimpressions
14. Januar 2008 von Melanie HuberVor rund zwei Monaten ist das ambitionierte Portal der WAZ Der Westen an den Start gegangen - und bereits heute laufen die Diskussionen über den Rückgang der Seitenabrufe. Spiegel online verkündet gar, die Macher hätten einen “erheblichen Dämpfer” bekommen. Rund 25 Prozent weniger Seitenaufrufe have das Portal im Dezember 2007 verzeichnet als die Einzeltitel der WAZ noch im Jahr zuvor zusammen. Das ist natürlichenttäuschend, doch kein Grund für Fragen, wie sie Chefredakteurin Katharina Borchert bei turi gestellt werden. Ob sie noch “fest im Sattel” sitze, wieviele Klicks sie liefern müsse, um den Job zu behalten… Das sind Fragen, die nach gerade mal zwei Monaten nicht angemessen sind. Obendrein ist das Verfahren der IVW zur Messung von Zugriffszahlen arg umstritten, und Borchert erklärt den Rückgang zudem mit technischen Problemen. Die sind normal. Kaum ein Relaunch läuft ohne Verluste von PIs ab. Die Nutzer müssen sich erst an das neue Layout, eine neue Struktur oder neue Inahlte gewöhnen. Zudem spricht “Der Westen” völlig neue Leserinnen und Leser an als die einstigen WAZ-Auftritte. Die Leser müssen erst gefunden und an die Seite gebunden werden. Das dauert, länger als zwei Monate. Und ich persönlich habe (leider) noch nie einen Relaunch erlebt, bei dem die Technik von Anfang an so lief, wie ich mir das gewünscht hätte. Damit muss man sich - vermutlich - abfinden.
Niemand kann Borchert einen Vorwurf aufgrund der niedrigen Klickraten machen. Lediglich die Entscheidung, diese bereist jetzt zu veröffentlichen, ist zu hinterfragen. Aber vermutlich ging dies weder von der Chefredakteurin noch von anderen WAZ-Verantwortlichen aus. Ein solch engagiertes und teures Projekt ruft schlicht Neid hervor. Welcher Online-Redakteur würde es sich nicht wünschen, derart viel Geld Ressourcen zur Verfügung gestellt zu bekommen? Doch das ist die Ausnahme, und somit ein Leichtes, kritisch und auch ein wenig hähmisch zu berichten. Vielleicht auch mit der verborgenen Hoffnung, dass das mit dem Web 2.0 doch nicht ganz der richtige Weg der Medien sei. Warten wir es ab, ich wette, in einem halben Jahr sieht die Welt beim Westen schon ganz anders aus - sofern es gelingt, neue Leser zu mobilisieren und nicht zurück zu blicken.
Am 11. März 2008 um 10:34 Uhr
[...] kursierte vor knapp zwei Monaten die Meldung, das WAZ-Portal Der Westen habe arge Einbrüche bei den Zugriffszahlen einstecken müssen. Zahlreiche Blogger und Redakteure griffen das Thema auf, [...]