Laptops nicht erwünscht
22. Februar 2008 von Melanie HuberIm Gegensatz zu vielen anderen mag ich es gar nicht, mit dem Zug zu fahren. Meist nehme ich lieber das Auto. Doch hin und wieder gewinnt die Vernunft. So wie gestern. Für 380 Kilometer sollte ich zwar mit dem Zug fast fünf Stunden unterwegs sein, aber man kann ja nebenbei arbeiten. Ich suchte mir einen gemütlichen Platz, baute meinen Laptop auf und legte los. Doch gleich nebenan saßen zwei junge Frauen, die ununterbrochen in einer Lautstärke redeten und lachten, dass ich keinen halbwegs vernünftigen Gedanken fassen konnte.
Ich suchte mir ein neues Abteil, so ein Sechserabteil, es war herrlich still und ich konnte endlich mit der Arbeit beginnen. Beim halt am nächsten Bahnhof setzte sich ein leicht pummeliger junger Mann zu – mit einer riesigen, dampfenden Mc Donald’s-Tüte. Erst mampfte er Pommes, dann einen Cheeseburger, und als er einen Big Mac rausholte, war mir endgültig schlecht. Es stank unerträglich, und ich flüchtete erneut. Doch nun war es so voll, dass ich keinen einzigen Platz mehr fand, so dass ich im Bord Restaurant landete.
Ein Traum. Ein ganzer Vierer-Tisch war leer. Ich bestellte einen Tee und holte glücklich meinen Laptop heraus. „Darf ich Sie daran erinnern, dass hier Laptops unerwünscht sind?“, hörte ich eine ziemlich laute und unfreundliche Stimme neben mir. Das stünde auch in der Karte. Der Bahn-Mitarbeiter schaute mich wütend an und betonte, dass dies ein Restaurant sei und ich ja in einem Restaurant auch keinen Laptop auf den Tisch stellen würde. „Doch“, dacht ich für mich und klappt dennoch eingeschüchtert den Laptop zu und bereute es ziemlich, bereits bestellt zu haben – sonst hätte ich in den Flur gehockt. Zum Glück hatte ich auch ein Buch dabei, doch mit dem Lesen hatte ich so meine Schwierigkeiten. Es herrschte gesellige Kneipen-Atmosphäre. Hinter mir saß eine lustige Runde bei Bier und Wein und amüsierte sich bestens. Nebenan unterhielt sich ein Pärchen lautstark, gegenüber telefonierte aufgeregt ein Berater, und dann setzten sich auch noch drei Männer zu mir, die aufgeregt ein Schiffsbauprojekt besprachen. Es hätte nur noch gefehlt, dass die einen Beamer aufgebaut hätten. Entnervt holte ich wieder meinen Laptop heraus, bereit, den Kampf mit der Bahn aufzunehmen. Und nächstes Mal nehme ich wieder das Auto.
Nachtrag… Genau einen Tag nach diesem Beitrag habe ich Post von der Deutschen Bahn bekommen - eine Bahncard Comfort. Sicher ein zufall, aber ein netter. Die DB Lounge werden ich auf jeden Fall ausprobieren, immerhin gibt es dort WLan.