Kann man das schreiben?

6. März 2008 von Melanie Huber

An sich finden Eltern ja immer gut, was ihre Kinder so machen. Und so ist mein Vater auch ein eifriger Leser dieses Blogs. Gestern hat er sich dann erstmals vorsichtig kritisch geäußert – über meinen CeBIT-Text. Ich könne doch nicht schreiben, dass ich nur zum Feiern zu der Messe gehe. Warum ich nicht gesagt hätte, ich würde dort ganz hart arbeiten und nur „so am Rande“ auch mal feiern. Warum? Weil es nicht stimmt, weil ich mich bei Niemandem einschleimen möchte, weil das hier keine Eigenwerbung sein soll.

So wie mein Vater denken jedoch noch immer viele PR- und Marketingexperten, die sich an Weblogs versuchen. Sie stellen sich dar, wie sie oder ihre Unternehmen wirken wollen, nicht wie sie tatsächlich sind. Und das ist falsch. Ein Weblog ist die großartige Chance, einer Marke, einem Produkt oder auch einer Person (die ansonsten wenig mehr als ein Name und Lebenslauf ist) Leben einzuhauchen, Nähe zu Lesern, zu Kunden herzustellen. Dies gelingt nicht durch Lüge, Verstellung oder Werbung. Also Papa, verzeih mir, wenn ich hier hin und wieder Dinge schreibe, die nicht dem (hoffentlich) perfekten Bild von deiner Tochter entsprechen…

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