re:publica – Blogs versus Journalismus

2. April 2008 von Melanie Huber

Die erste Veranstaltung, die wir uns heute angeschaut haben, war die „Qualitätsdebatte – Blogs vs. Journalismus“. Thomas Knüwer vom Handelsblatt, Mercedes Bunz vom Tagesspiegel online, Stefan Niggemeier vom BILD-Blog und Johnny Häusler von Spreeblick saßen auf dem Podium und bemühten sich um eine kontroverse Diskussion, der leider die Würze fehlte. Die Veranstalter der re:publica hatten zahlreiche Journalisten eingeladen, die sich üblicherweise sehr kritisch gegenüber Weblogs äußern, doch keiner hatte zugesagt. Somit fehlte die Reibefläche. Dennoch hier einige Impressionen:

In Zusammenhang mit werbefinanzierten Blogs sagte Thomas Knüwer, dass ein Blogger, der schreiben muss, um die Frequenz in seinem Blog aufrecht zu erhalten, mit Qualitätseinbußen rechnen müsse. Er selbst habe seit diesem Jahr deutlich weniger veröffentlicht und schreibe nur noch, wenn ihm ein Thema tatsächlich unter den Nägeln brenne. Die Folge: Mehr Kommentare, die gleiche Anzahl an Zugriffen.

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Mercedes Bunz nutzt ihr Blog, um Thesen auszuprobieren und zu recherchieren: „Nur weil eine Sache geht, ist sie noch lange nicht gut.“

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Stefan Niggemeier meint, die Journalisten seien zu verkrampft, wenn es darum gehe, aus Blogs zu zitieren. Sie wüssten oft nicht, wie sie die Quelle benennen sollen. Er ist überzeugt davon, dass viele Leute nur deshalb sein Blog besuchen, weil die ihn aus der Zeitung kennen.

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Auf die Frage, was Blogger von Journalisten lernen können, antwortete Knüwer: „Blogger hauen manchmal zu schnell in die Tasten.“ Sie sollen manchmal auch gegenchecken und einen Beitrag fünf Minuten lang überdenken. Außerdem sollten sich Blogger auch außerhalb der eigenen Szene vernetzen. Knüwer betrachtet es nicht als Spam, wenn ein PRler einem Blogger eine direkte und persönliche E-Mail schreibe und sich erkundigt, ob Presseinformationen gewünscht seien.

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Niggemeier findet es gut, dass er manchmal etwas im Blog „dahinrotzen“ kann. Er liest viele Blogs deshalb gern, weil sie „unjournalistisch“ sind.

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Bunz sieht im Zoomer die Reaktion darauf, dass man online die Möglichkeit hat, stärker mit dem Leser zu kommunizieren. Knüwer betonte, dass Zoomer genau das Gegenteil eines Blogs sei. Wenn man viele Leser entscheiden lasse, sei das immer wie Klatsch in der Kaffeeküche. Der kleinste gemeinsame Nenner sei immer Boulevard. Da man die Kommentare bei Zoomer auch losgelöst vom eigentlichen Artikel sehen kann, sei das Portal Extegration und nicht Integration.

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Bunz hält nicht viel davon, dass man unzählige Communities aufbaut, um sich am Web 2.0 zu beteiligen. Es sei viel mehr Web 2.0, wenn ein Autor auf die Kommentare in seinem Artikel reagiert und diese kommentiert. Zudem arbeite sie daran, dass ihr Job in zwei bis drei Jahren nicht mehr nötig sei. Es könne nicht sein, dass bei den Verlagen zwischen Print- und Onlineredaktion unterscheiden wird.

Weitere Beiträge zu der Diskussion gibt es hier:

Oliver Gassner

World Blogforum

Medienlese

Eine Reaktion zu “re:publica – Blogs versus Journalismus”

  1. NewMarketing Blog » Die Qualitätsdebatte: Blogs vs Journalismus, Panel auf der re:publica 08

    [...] bei Oliver Gassner Weitere Blogs, die über dieses Panel berichten: SEOnauten, Kilroy-Blog Im Vorfeld zur Veranstaltung hatte Stefan Niggemeier auf seinem Blog schon mal eine kleine [...]

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