Kleider & Co. machen Leute
8. April 2008 von Melanie HuberGerade wenn es darum geht, eine Person mit all ihren (positiven) Eigenarten und Intentionen über die Medien bekannt und möglichst auch beliebt zu machen, beginnt die hohe Kunst der sogenannten „Personality PR“. Nicht, dass es an sich schwer wäre, eine geeignete Plattform für Individuen mit ihren Vorzügen zu finden. Nein, die Herausforderung besteht darin, diesen ihre Persönlichkeit zu lassen und gleichzeitig möglichst wenig „Flächen“ für Verwunderung und Kritik zu bieten. Hier einige Beobachtungen der vergangenen Wochen und sich daraus ergebene Tipps:
Der Wohlfühlfaktor: Wer sich nicht gut fühlt, strahlt dieses auch aus. Dies betrifft die allgemeine Stimmung, ob man gerade gestresst ist, eine unangenehme Diskussion mit dem Partner hatte oder einfach schlecht geschlafen hat: Schauspieler haben gelernt, dies zu vertuschen, ein Projektleiter, Unternehmensgründer oder Techniker muss nicht immer funktionieren. Aber er bzw. sie sollte ehrlich sein.
Wenn sich ein Termin nicht mehr absagen lässt, ist es besser, menschliche Schwächen (die an sich keine sind) zuzugeben, als mit Augenringen und unkonzentriert in ein Interview oder eine Diskussion zu gehen. Ein „Ich habe die ganze Nacht darüber nachgedacht, wie sich das Problem x läsen lässt und bin etwas übermüdet“ ist sympathischer und glaubwürdiger als der verkrampfte Versuch, ausgeschlafen zu wirken. Im „Notfall“ sollte man – sofern es sich nicht um einmalige Chance handelt – immer versuchen, einen Termin zu verschieben, wenn man sich schlicht unwohl fühlt, die Haare nicht liegen, ein fieser Pickel auf der Nase stört, eine Grippe im Anmarsch ist. Der erste Eindruck ist eben ungeheuer wichtig.
Das richtige Outfit: Die Entscheidung für ein Kleidungsstück hängt davon ab, was man erreichen möchte. Geht es darum, eine neue Position, ein höheres Amt oder neues Image zu erlangen, sollte die Kleidung zum Angestrebten passen. Ansonsten gilt: Verkleiden ist verboten. Das Outfit sollte die eigene Persönlichkeit und aktuelle Position widerspiegeln und unterstreichen – und das möglichst in allen Situationen, möglichst konsequent. Dazu muss man natürlich zunächst erkennen, was zu einem passt und wie man sich darstellen möchte. Und auch bei der Kleidung geht es darum, sich wohl zu fühlen. Doch Kleidung ist auch ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung. Das gilt auch dann, wenn man sich in vermeintlich „lässigeren Kreisen“ bewegt. Wer immer in Kostüm und Anzug auftritt, wird wenig authentisch in Jeans und T-Shirt wirken, zumal dies schnell als Anbiederei wirken kann.
Die Accessoires: Eine große, auffällige Uhr wirkt protzig, ebenso imposanter Schmuck. Aber auch funkelnder, ungewöhnlicher Modeschmuck hat bei öffentlichen Auftritten nichts zu suchen. Hier ist ganz klar weniger mehr – außer, man möchte mit den Accessoires eine klare Aussage unterstreichen.
Markenzeichen und Logos: Auch wenn es kaum noch möglich ist, ein Hemd oder eine Hose ohne Hersteller-Logo zu erhalten: nach Möglichkeit sollte man neutrale Kleidung wählen, den Gürtel über das Markenzeichen schnallen oder das Designer-Logo auf der Bluse mit einem Tuch verdecken. Sie wollen ja für sich werben und nicht für den Hersteller Ihrer Kleidung.
Die Frisur: Es versteht sich von selbst, dass die Haare ordentlich frisiert, frisch gewaschen und sauber geschnitten sein sollten. Ansätze bei gefärbten Haaren sind ein absolutes No Go, glitzernde Spängchen und übertrieben viel Gel ebenfalls.
Weitere Tipps zu Dresscodes und Persönlichkeit bieten unter anderem folgende Blogs:
“Conserio” zu Do’s und Don’ts in der Manager-Bekleidung
“Aus Liebe zum Duft” zum Desscode für Männer und Frauen
“Die Karriere-Bibel” über die Gefahr im Anzug
Das “Herrenschuh-Blog” zu allem rund um den Schuh
Robert Wetzlmayr über Corporate Fashion