Die Statusmeldungen bei Xing

10. April 2008 von Melanie Huber

Seit einigen Wochen ist es möglich, bei Xing sogenannte Statusmeldungen zu hinterlassen. Was es damit auf sich hat, ist jedem Mitglied selbst überlassen, irgendwie. Ich habe zumindest keine Information darüber erhalten, was die Netzwerk-Betreiber damit beabsichtigen oder wozu die Meldungen dienen sollen. Oder stand dazu etwas im Newsletter? Wenn, dann habe ich es überlesen, und alle anderen möglichen Informationen durch Xing, die nicht direkt auf „meiner Startseite“ gelandet sind, nehme ich ohnehin nicht wahr. Und scheinbar geht es vielen anderen Nutzern ähnlich. Denn jeder macht mit den Statusmeldungen, was er oder sie will. Das ist ganz schön anstrengend. Nun kann ich ja nur aus meinem kleinen, feinen Netzwerk berichten, aber dort haben sich folgenden Statusmeldungs-Typen herauskristallisiert – ohne Gewähr…:

Unwissende und Ignoranten: Sie machen die Mehrzahl meiner Kontakte aus und nutzen die Statusmeldungen gar nicht. Ob aus Unwissenheit oder bewusst, von 90 Prozent meiner Bekannten und Freunde wird das Tool nicht genutzt.

Part time lover: Dazu gehöre ich. Wenn es etwas wirklich Spannendes zu berichten gibt, das ihre Kontakte tatsächlich interessieren könnte, notieren sie es. Ob es den Aufenthalt in einer Stadt betrifft, wo man zwischendurch „Kontakte“ treffen könnte, die Daten, in denen man im Urlaub ist, oder der Hilferuf nach konkreter Unterstützung – die Part time lover wollen den Kontakt zu ihren Kontakten über die Statusmeldungen intensivieren, ohne…:

Soft Jobbing: Das sind Leute, die Xing dazu nutzen, wozu die Community eigentlich da ist: Kontakte für die berufliche Karriere zu nutzen und auszubauen. Sie vermelden interessante freie Stellen, von denen sie gehört haben, sagen, ob sie gerade neue Aufträge annehmen können oder notieren Hilferufe bei aktuellen Projekten.

Hard Jobbing: Immer an den Job denken und Xing als kostenloses Anzeigenblatt oder einen RSS-Dienst zu nutzen – so agieren mehr Mitglieder als man denken würde. Wir bieten jetzt auch XY, kommen Sie zum Termin ZZA, habe an folgenden Terminen noch für Sie Zeit…

Die Verwirrten: Diese wissen wie die meisten nicht, was das mit den Statusmeldungen auf sich hat und informieren schlicht drauf los – einfach so. Was auch immer es mir bringt, zu erfahren, dass ein „Kontakt“ gerade telefoniert oder Feierabend macht, die Verwirrten lassen mich dies wissen.

Die Verirrten: Verirrte sind intensive Twitter-Nutzer, welche die Hoffnung in sich tragen, die Vorzüge des Dienstes auf Xing übertragen zu können. Sie notieren alles, was ihnen passiert und worüber sie gerade nachdenken. Doch so richtig trauen sie sich noch nicht. Denn irgendwie ist das ja doch anders bei Xing, und niemand reagiert direkt in den konkreten Kreisen. So gibt es zwar mehr und mehr Versuche der Verirrten, auch Xing zum aktiven, unmittelbaren und zielgruppenorientierten Dialog zu nutzen, aber es gelingt nicht. Denn immer sind auch Zuhörer dabei, die das Ganze nicht interessiert oder die manch eine Reaktion verpasst haben, weil sie eben nicht den Kontakt eines Kontaktes im Adressbuch hatten.

Liebe Xing-Statusmeldungs-Verantwortliche, sagen Sie uns, was wir mit den Statusmeldungen machen sollen! Lassen Sie den Austausch zu und das Mitlesen, selbst wenn eine Antwort von einem Mitglied kam, die nicht unmittelbarer Kontakt ist; lassen Sie die Anzeige der Statusmeldungen allein zu, über einen langen Zeitraum gespeichert, selektierbar nach Kontakten… So macht das alles keinen Sinn und verwirrt die Mitglieder. Ach ja, und warum kann ich einen „Status“ nicht ändern oder löschen, ohne dass meine Kontakte dies erfahren (wahrscheinlich interessiert es diese ja nicht, dass ich gerade gut gelandet bin)?

Ein Lob möchte ich noch aussprechen. Meine Lieblingsstatus-Meldung schrieb Steven – er vermeldete, dass er keine Aufträge mehr annehmen könne. Kurz, klar, neugierig machend, gut.

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