Monatsarchiv für April 2008

Ich packe eine Bücherkiste und lege rein… (8b)

Donnerstag, den 24. April 2008

Die Bücherkiste wird immer schwerer. Jetzt sind drin:

Andrea Pflüger: Operation Rubikon

Jane Heller: Trau niemals einem Mann

Sabine Neuffer: Herr Bofrost, der Apotheker und ich

Gregory & Tintori: Das Buch der Namen

Bruce Chatwin: In Patagonien

Mark Spörrle: Wer hat meine Hemden geschrumpft?

Jonathan Kellerman: Blutgier

Frisch dabei: Dieter Nuhr: Gibt es intelligentes Leben?

Viel Glück!

Ohne Monitoring kein Reputationsmanagement

Donnerstag, den 24. April 2008

Sie können es wahrscheinlich schon nicht mehr hören. Wer sich online einen guten Ruf machen möchte, muss zunächst wissen, wie dieser aktuell aussieht, was über die eigene Person, Firma, Marke oder Dienstleistung geschrieben wird. Wer Ihnen ein „spitzenmäßiges Web 2.0-Projekt“ verkauft, ohne vorab eine Momentaufnahme anzubieten, wird vermutlich am Marktbedürfnis vorbei konzipieren. Klaus Eck hat dazu zahlreiche Beiträge geschrieben, ob zum Thema „Social Media Profile: Wer bin ich online?“ oder „Wem glauben Sie wirklich?“. Und in der Karrierebibel spricht „der Schweizer Reputationsforscher Mark Eisenegger über Gefahren und Chancen von Prominenz“. Ohne Monitoring geht es nicht. Doch das sehen deutsche Unternehmen anscheinend anders.

Zur Vorbereitung auf ein Online Reputationsmanagement-Seminar habe ich willkürlich nach Unternehmen in diversen Netzwerken gesucht. Das Ergebnis ist unterhaltsam (für uns) und erschreckend (für die Unternehmen – wüssten Sie etwas davon) zugleich. Hier ein paar Impressionen, die Flickr so bietet. Die Screenshots habe ich bewusst nicht eingebunden, ich möchte mir den Rechtsstreit ersparen…

Accenture

Wer bei Flickr nach Bildern rund um das Beratungsunternehmen sucht, wird schnell fündig. Vor allem ausgelassene Party-Fotos geben mir einen schönen Einblick in die Unternehmenskultur – Popo- und Busengrabscher inklusive.

Deutsche Bank

Auch bei der Deutschen Bank geht es anscheinend heiß her - ob es sich bei den Herren tatsächlich um Mitarbeiter handelt, lässt sich auf den ersten Blick nicht feststellen. Doch zumindest steht folgendes Foto momentan auf Platz 1, wenn man bei Flickr nach “Deutsche Bank” und “Party” sucht.

Telekom

Welche Folgen das Feiern in Zusammenhang mir der Telekom hat, zeigt sich auch ganz schnell. Die Begriffe “Telekom” und “Party” führen ebenfalls zu interessanten Treffern bei Flickr. Gleich auf der ersten Seite zeigen junge Männer ihre Vorliebe für Bier.

Das sind nur einige wenige Beispiele. Positiv daran ist, dass die Unternehmen online vertreten sind. Doch wissen sie das auch? Und ist es gewollt, dass ihr Image so eng mit ausgelassenen Feiern in Verbindung gebracht wird? Sollte dies beabsichtigt sein, ist es gelungen. Ich weiß als Online-Nutzer, dass es bei den genannten Unternehmen “menschlich” zugeht. Für manch einen Geschmack eventuell zu sehr, und da sollten die Entscheider überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, sich aktiv an Portalen wie Flickr zu beteiligen. Damit selbst bei der Verknüpfung des Firmennamens mit dem Begriff “Party” glückliche Kunden auf den ersten Ergebnisseiten zu sehen sind und nicht vermeintlich angeheiterte Mitarbeiter.

Von wegen schreibfaule Jugend…

Mittwoch, den 23. April 2008

Natürlich gibt es sie, die Jugendlichen, die jede Minute ihrer Freizeit vor dem Rechner verbringen, chatten, flirten, spielen. Doch das Internet bietet gerade für Jugendliche viel mehr, und junge Surfer nutzen sie. Ein gutes Beispiel ist die Online-Plattform Hierschreibenwir. Der Name ist Programm. Jugendliche können auf der Webseite Texte schreiben, über diese und Bücher ganz allgemein diskutieren und sich gegenseitig bei den ersten schriftstellerischen Gehversuchen helfen. Rund 3.500 Jugendliche machen bereits mit, und es werden täglich mehr. Nun ist der erste echte Roman auf Hierschreibenwir entstanden. „Alles Emma – oder was?“ ist ein klassisches Jugendbuch rund um Schule, Eltern, Freundschaft und erste Liebe. Die Autorin Gerlis Zillgens hat mit all den Mitgliedern von Hierschreibenwir an dem Buch gearbeitet, 13 jugendliche Co-Autorinnen haben so tolle Beiträge geschrieben, dass diese nun in dem Buch, das Ende April bei Rowohlt erscheint, enthalten sind. Besonders beeindruckend sind die Einstellungen der jungen Online-Nutzer. Schluss also mit den Vorurteilen!

Julia, 15: „Das Schreiben macht mir einfach Spaß. Ich möchte unbedingt Autorin werden und Emma1 war eine wundervolle Gelegenheit, um Erfahrungen zu sammeln, sich Hilfe von anderen zu holen und den eigenen Schreibstil zu entwickeln. Außerdem wurde man durch die kleinen Gewinne bei Emma1 immer richtig angespornt, noch mehr zu geben.“

Vanessa, 16: „Bei so vielen verschiedenen Köpfen kommen so viele tolle Ideen zustande, das glaubt man gar nicht! Kreativ zu sein hatte vorher auch immer einen großen Reiz für mich. Seiner Fantasie einfach freien Lauf lassen und alles niederzuschreiben, was einem so alles im Köpfchen herum spukt! Aber zusammen mit anderen macht das zehnfach so viel Spaß! Deshalb ist HSW auch einfach so ein geniales Projekt! Man kann unglaublich viel lernen, aber das mit so viel Begeisterung und vor allen Dingen auch mit anderen Jungens und Mädels, die genauso ticken wie man selbst!“

Lena, 14: „Ich hätte nie gedacht, dass es so viele Mädchen in meinem Alter gibt, die schreiben, sich mit allen auszutauschen über die eigenen Texte, über gute Bücher - Das hat mir sehr viel Spaß bereitet und macht es immer noch.“

Maike, 16: „Es war schon mal genial, überhaupt Mädchen kennen zu lernen, die auch gerne schreiben. Normalerweise wird man, wenn man als Hobby ‚Lesen und selber schreiben‘ angibt, erst mal total komisch angeschaut.“

Maja, 14: „Manchmal saß ich auch schon den ganzen Nachmittag nur zu Hause herum und habe mir Notizen gemacht, damit ich später einen tollen Text schreiben konnte, obwohl ich mich auch daran erinnere, dass mir einige Ideen sogar in der Schule gekommen sind. Seit ich bei Hierschreibenwir bin, denke ich fast nur noch an das Schreiben.“

Kristina, 15: „Hätte mir nicht meine Buchhändlerin den Werbeprospekt in die Hand gedrückt, dann hätte ich nie auf diese wundervolle Seite gefunden, denn seit den vielen Monaten in der Hierschreibenwir-Community haben sich meine Texte und Geschichten enorm verbessert und das habe ich nur den fleißigen Kommentarschreiber-Autorinnen und Autoren und der regelmäßigen Übung auf meiner Lieblingsinternetseite zu verdanken!”

Cathrin, 16: „Ich schreibe bei Emma mit, weil ich einfach für mein Leben gerne schreibe und Emma so etwas wie MEIN persönlicher literarischer Partner fürs Leben ist! Okay, das klingt ziemlich…seltsam, aber ich muss wirklich sagen, dass ich mich total mit Emma identifizieren kann, ich bin genauso tollpatschig und tomatensündrom-anfällig wie sie! Zudem ist Gerlis Zillgens eine supertolle Autorin und so ist es eine wahre Ehre, mit ihr zusammen an einem Buch schreiben zu dürfen!!! Und selbstverständlich muss ich auch die vielen, vielen unglaublich netten und hilfsbereiten Mitautorinnen, ohne die der ganze Wettbewerb wahrscheinlich nur halb so viel Spaß machen würde, an dieser Stelle unbedingt erwähnen! Wir sind praktisch schon zu einer kleinen Familie zusammengewachsen, Emmas Verwandtschaft ist nämlich ganz schön groß!”

Melina, 14: „Ich liebe es, mich beim Schreiben in andere Personen und Charaktere zu versetzen und mir vorzustellen, was die Personen denken und fühlen und daraus handeln. Bei dem Emma-Projekt geht es ja, wie der Name schon sagt, um „Chaos, Küsse, Katastrophen“. Privat schreibe ich aber gerne auch über andere Themen und bin zurzeit dabei, meine Buchidee auszubauen. Ich habe die Charaktere und Handlung zusammen und werde bald anfangen zu schreiben. Klar habe ich dabei wie jeder junge Schreiber das Ziel einer Veröffentlichung vor Augen, aber auch wenn es nicht klappt: Ich habe dann ja nicht alles umsonst geschrieben, sondern dabei gelernt und komme so meinem Traum Stück für Stück näher.“

Kleine Anmerkung: Die Macher von Hierschreibenwir sind Kunden von Kilroy PR, doch ich hätte sicher auch sonst über dieses schöne Projekt berichtet.

Ich packe eine Bücherkiste und lege rein… (7b)

Mittwoch, den 23. April 2008

Auch zum Welttag des Buches kommt ein neuer Titel in die Kiste. Wer zuerst “Stopp” ruft und eine Mail schreibt, hat sie gewonnen. Hier nochmal die Spielregeln.

In der Kiste sind:

Andrea Pflüger: Operation Rubikon

Jane Heller: Trau niemals einem Mann

Sabine Neuffer: Herr Bofrost, der Apotheker und ich

Gregory & Tintori: Das Buch der Namen

Bruce Chatwin: In Patagonien

Mark Spörrle: Wer hat meine Hemden geschrumpft?

Heute neu: Jonathan Kellerman: Blutgier

Viel Glück!

Ausgaben für “das Web 2.0″ steigen

Mittwoch, den 23. April 2008

Laut einer neuen Studie von Forrester Research werden Unternehmen in den kommenden Jahren deutlich intensiver in Web 2.0-Dienste investieren, bis zum Jahr 2013 würden rund 4,6 Milliarden Dollar weltweit für Wikis, RSS, Communities & Co. ausgegeben. Vor allem große Unternehmen würden sich dem 2.0-Trend anschließen. Kleinere und mittlere Firmen stehen der Innovation noch immer skeptisch gegenüber. Sie erkennen weder den Mehrwert noch Refinanzierungsmöglichkeiten. Kostenlose Inhalte und Dienste anzubieten erscheint im Widerspruch zu Wirtschaftlichkeit und Umsatzzielen zu stehen. Dabei geht es meines Erachtens vor allem darum, mit Hilfe von Web 2.0-Anwendungen Kosten zu sparen und Mehrwerte zu schaffen:

+ Durch viele Anwendungen erübrigen sich kostspielige Marktfoschungs-Untersuchungen.

+ Das Call Center wird entlastet.

+ Teure Beta-Tests können entfallen oder eingeschränkt werden.

+ Kosten für Produkt-Tests, -Entwicklungen und -Optimierung lassen sich einsparen und orientieren sich durch die Einbeziehung der Verbraucher näher an deren Bedürfnissen.

+ Ausgaben für teuren Presseversand können durch den Einsatz von RSS (mittelfristig) reduziert werden.

+ Suchmaschinenmarketing kostet Geld; wer richtig auf das Web 2.0 setzt, betreibt Suchmaschinenoptimierung und ist letztlich besser in den Ergebnislisten platziert.

+ Ob Veranstaltungen oder andere Projekte - mit Hilfe von Wikis, Twitter oder Blogs wird das Projektmanagement optimiert; dadurch sinkt die Arbeitszeit und wird die Effizienz gesteigert.

+ Viral im Web verbreitete Maßnahmen (Word of Mouth-, Conversational Marketing) sind günstiger als TV-Spots oder Print-Anzeigen – und erreichen häufig dennoch die klassischen Medien, im redaktionellen Umfeld.

+ Der Aufwand für die Aktualisierung von Daten, Inhalten oder anderen Informationen reduziert sich.

Natürlich spielen auch Faktoren wie Imagebildung, Bekanntheit, neue (junge) Zielgruppen, Mitarbeitermotivation eine wichtige Rolle. Leider sind diese Punkte vielen Firmen jedoch eher schwer zu vermitteln. Erst vor ein paar Tagen habe ich wieder zu hören bekommen: „Das Geld könnte ich doch auch in Google Adwords stecken, dann weiß ich genau, was es mir bringt.“

Auch zahlreiche andere Blogger haben sich mit dem Thema befasst und ihre Ansichten und Tipps zu spezifischen Aspekten veröffentlicht. Eine kleine Auswahl:

Reputation Management: Intelligente Anreize für Online-Besucher

10 Tipps für erfolgreiches Referenten-Marketing

Wait and Watch - ist OpenSocial wichtig?

Journalismus 2.0: Runter mit der Rendite, rein in Multimedia

Voraussetzungen für die Einführung von Knowledge Blogs in Organisationen

Tangiert Web 2.0 den Fernsehkonsum?

Studie: Erfolgreiche virale Kampagnen starten