Blitzbesuch bei der next08
16. Mai 2008 von Melanie HuberGestern war ich auf der next08 in Hamburg. Doch meine Lieblingskonferenz wird sie nicht… Gut, es waren viele Leute da – nach meinem Geschmack zu viele, traf viele alte Gesichter wieder und auch neue. Überrascht hat mich, dass ich ganz viele Bekannte da waren, von denen ich nie gedacht hätte, sie dort zu treffen, die an sich mit dem Internet nicht so viel zu tu haben. Aber vielleicht ist das auch ein Zeichen dafür, dass immer weniger am Thema vorbei kommen. Die Vorträge und Diskussionen waren eher seicht und oberflächlich. Ziemlich enttäuschend, denn nur zum Networking, Bionade-Trinken und für Essen aus Mini-Pappkartons muss ich nicht derart viel Eintritt bezahlen und extra in den Norden reisen. Schade. Im Nachhinein und Vergleich war die re:publica viel überschaubarer und interessanter.
Hier eine kleine Impression von einer „Diskussion“:
Keine Web 2.0-Veranstaltung ohne eine Diskussion um Print und Online. Und so lockt auch die next08 mit einem Panel zum Thema: „Print und online sind nicht tot und Online ist nicht das Paradies. Wie kommen alte Allianzen zu neuer Stärke?“ Auf dem Podium: Sven Dörrenbächer von Daimler, Ralf Schremper von Bertelsmann und moderierend Eva-Maria Schmidt von Horizont.
Die Macht einer vernetzten Gemeinschaft nutzen – dazu rät Sven Dörrenbächer und ist überzeugt davon, dass sich mit Communities Mehrwerte schaffen lassen. Seine zweite These: Marken werden Medienanbieter, und Werbung wird Programm. Letztendlich sei der Kanal egal, Hauptsache man biete wirkungsvolle und digitale Inhalte.
Ralf Schremper betont, dass die Technologie kein Selbstzweck sei, sondern dass Bertelsmann ganz gezielt den Kunden folge. Rund um die Kernmarken würden Communities aufgebaut und neue Geschäftsfelder besetzt.
In Video-Anzeigen und verbessertem Targeting online sieht Dörrenbächer die Zukunft der Internet-Werbung. – Soweit die „spannendsten“ Äußerungen während diesen Panels… Mein Fazit: Okay, der Titel der Veranstaltung ist bereits ziemlich nichtssagend. Aber ich hätte mir doch ein wenig mehr erhofft. Neue Impulse, interessante Einblicke oder provokante Thesen gab es nicht. Anscheinend sind Unternehmen wie Daimler und Bertelsmann doch noch traditioneller als man glauben mag.