Monatsarchiv für Mai 2008
Spenden, aber wohin?
Dienstag, den 20. Mai 2008Selten fiel die Spendenbereitschaft der Deutschen angesichts einer Katastrophe so gering aus, wie nach dem Wirbelsturm in Burma. Dabei ist die Not groß, und finanzielle Hilfe dringend geboten. Rund um das Thema Spenden ist nun auch in Deutschland ein Web 2.0-Portal online gegangen. Elargio bietet Spendenwilligen und Organisatoren, sich zu präsentieren. Jeder kann zum Fundraiser werden und Geld sammeln. In dem individuellen Aktions-Blog werden Interessierte und Spender auf dem Laufenden gehalten. Noch ist hier nicht viel Bewegung zu sehen, doch wer weiß, vielleicht hilft Elargio tatsächlich, die Spendenbereitschaft von Leuten zu fördern.
Ein Barometer zeigt an, wie viel bereits über die Webseite gesammelt wurde. So sind beispielsweise für die Erstkommunion von Emmelie und Leopold aktuell 1.100 Euro auf dem Portal gespendet worden, die die Kinder an Patenkinder bei World Vision weiterreichen werden. Für die Aktion „Sportler gegen Rassismus“ des sportme e.V. gibt es noch keine Einzahlungen. Der Verein sammelt Gelder für Schilder gegen Rassismus, die an Sportplätzen aufgestellt werden. Der Ideenvielfalt sind bei Elargio keine Grenzen gesetzt, mal sehen, ob sich genügend Unterstützer finden.
Blitzbesuch bei der next08
Freitag, den 16. Mai 2008Gestern war ich auf der next08 in Hamburg. Doch meine Lieblingskonferenz wird sie nicht… Gut, es waren viele Leute da – nach meinem Geschmack zu viele, traf viele alte Gesichter wieder und auch neue. Überrascht hat mich, dass ich ganz viele Bekannte da waren, von denen ich nie gedacht hätte, sie dort zu treffen, die an sich mit dem Internet nicht so viel zu tu haben. Aber vielleicht ist das auch ein Zeichen dafür, dass immer weniger am Thema vorbei kommen. Die Vorträge und Diskussionen waren eher seicht und oberflächlich. Ziemlich enttäuschend, denn nur zum Networking, Bionade-Trinken und für Essen aus Mini-Pappkartons muss ich nicht derart viel Eintritt bezahlen und extra in den Norden reisen. Schade. Im Nachhinein und Vergleich war die re:publica viel überschaubarer und interessanter.
Hier eine kleine Impression von einer „Diskussion“:
Keine Web 2.0-Veranstaltung ohne eine Diskussion um Print und Online. Und so lockt auch die next08 mit einem Panel zum Thema: „Print und online sind nicht tot und Online ist nicht das Paradies. Wie kommen alte Allianzen zu neuer Stärke?“ Auf dem Podium: Sven Dörrenbächer von Daimler, Ralf Schremper von Bertelsmann und moderierend Eva-Maria Schmidt von Horizont.
Die Macht einer vernetzten Gemeinschaft nutzen – dazu rät Sven Dörrenbächer und ist überzeugt davon, dass sich mit Communities Mehrwerte schaffen lassen. Seine zweite These: Marken werden Medienanbieter, und Werbung wird Programm. Letztendlich sei der Kanal egal, Hauptsache man biete wirkungsvolle und digitale Inhalte.
Ralf Schremper betont, dass die Technologie kein Selbstzweck sei, sondern dass Bertelsmann ganz gezielt den Kunden folge. Rund um die Kernmarken würden Communities aufgebaut und neue Geschäftsfelder besetzt.
In Video-Anzeigen und verbessertem Targeting online sieht Dörrenbächer die Zukunft der Internet-Werbung. – Soweit die „spannendsten“ Äußerungen während diesen Panels… Mein Fazit: Okay, der Titel der Veranstaltung ist bereits ziemlich nichtssagend. Aber ich hätte mir doch ein wenig mehr erhofft. Neue Impulse, interessante Einblicke oder provokante Thesen gab es nicht. Anscheinend sind Unternehmen wie Daimler und Bertelsmann doch noch traditioneller als man glauben mag.
PR gegen das Vergessen
Mittwoch, den 14. Mai 2008Es gibt Produkte und Marken, die jeder kennt und dennoch so gut wie verwendet – oder über die so gut wie nie gesprochen wird. Manchmal wundert man sich dann, dass es sie überhaupt noch gibt. Wie beispielsweise das Parfum 4711. Seit einiger Zeit wird wieder dafür geworben, nahezu modern und auffallend anders als einst. Andere Dinge begegnen einem – wenn überhaupt – bei einem sehr intensiven Einkaufsbummel. Und dabei haben sie alle etwas Besonderes an sich. Meist sind es ganz besondere Erinnerungen, die damit verknüpft sind. Schade, dass die Firmen nicht mehr daraus machen, damit diese Geschichten nicht verblassen. Hier mein Aufruf wider das Vergessen:
Maiglöckchen- und Fliederseife
Waldmeister-Bowle
Diercke Weltatlas
Elmex Gelee
Burlington Kniestrümpfe
Turnbeutel
Löslicher Eistee
Kaltschale mit Sago
Salmis
Tintenkiller
Kennen sie weitere Produkte oder Marken, die nicht aussterben dürfen? Ich freue mich auf Ihre Tipps!
Echte Freunde im Finanzamt?
Donnerstag, den 8. Mai 2008Gestern fand erstmals in diesem Jahr die Sternstunde für Unternehmer statt. Ins malerische Babenhausen hatte die dortige Wirtschaftsförderung geladen. Es ging unter anderem um Marketing, Motivation und: das Finanzamt. Genauer: um das gute Verhältnis zum Finanzbeamten. Diesen Vortrag fand ich besonders spannend, denn ich gehöre zu den Leuten, die einen Riesenbogen um diese Behörde machen. Eigentlich um alle, aber egal… Mathias Paul Weber sprach in seinem Vortrag Win-Win Beziehungen mit dem Finanzamt über Möglichkeiten, aus Schwierigkeiten das Beste zu machen.
Überrascht hat mich, dass jeder Beamte wohl einen kleinen Spielraum habe und letztlich zu Gunsten oder auch zu Ungunsten des Steuerzahlers entscheiden können – beispielsweise wenn es um Aufschub geht. Wer sich dem Finanzbeamten freundlich nähere und sich bewusste sei, dass dieser nicht die Gesetze mache, sondern einfach nur einen Job ausführe, hätte viel bessere Chancen, etwas zu erreichen. Gut, das ist so wie in anderen Situationen auch. Und sein Webers Rat ist sicher richtig. Das offene Gespräch auf Augenhöhe ist immer gut. Nur ganz ehrlich: Es ist nicht so, dass ich das nicht könnte, dass ich mich nicht zusammenreißen oder auch verstellen könnte. Ich will schlichtweg nicht. Nach meiner Erfahrung gehen vor allem weibliche Finanzamt-Mitarbeiterinnen mit Frauen oft viel strenger um als mit männlichen Steuerzahlern. Sie wollen einen häufig erziehen. Und das muss nicht sein. Wer etwas verpasst oder verpatzt, weiß selbst meist am besten, woran das liegt. Und die möglichen Zuschläge sind ja schon Strafe genug. Nein, ich bin echt froh, dass es Steuerberater gibt…
Ins Netz gegangen
Mittwoch, den 7. Mai 2008In diesen Tagen häufen sich wieder die Nachrichten über viele bekannte Persönlichkeiten, die fortan an das Web zur Unterstützung ihrer Kommunikation nutzen. Allen voran der Papbst. Er will allen Teilnehmern des diesjährigen katholischen Weltjugendtages in Sydney täglich eine SMS schicken. Über ein Social Network kann man diese Grüße des katholischen Kirchenoberhauptes abonnieren.
Auch der ehemalige Premierminister von Malaysia, Mahathir Mohamad, ist jetzt im Netz aktiv. In seinem eigenen Weblog schreibt unter seinem Spitznamen Che Det Gedanken und persönliche Kommentare auf. Es geht voran!