Monatsarchiv für Mai 2008

Reingefallen!

Dienstag, den 6. Mai 2008

Wie kommt es eigentlich, dass Firmen, die etwas verkaufen wollen, immer mit unterdrückter Nummer anrufen? Firmen, mit denen man ohnehin einen Vertrag abgeschlossen hat. Keine Chance, sich eine Sekunde innerlich auf das Gespräch vorzubereiten, keine Chance es zu ignorieren. Stattdessen hat man plötzlich eine angriffsfreudige Dame in der Leitung, die ihre Fragen nur so rausschleudert: Welches Handy besitzen Sie? (Äh, ein ziemlich altes Gerät.) Sind Sie zufrieden mit uns? (Bis jetzt durchaus, sonst hätte ich bereits gekündigt.) Kaufen Sie eher im Web oder in der Filiale? (Bauen Sie vielleicht endlich Ihr Online-Angebot aus?) Verschicken Sie nicht auch gern SMS? (Nein, aber das müssten Sie doch sehen.) …

Wenn sich ein Anrufer schon nicht zurückverfolgen und identifizieren lässt, dann sollte er einem wenigstens die Chance lassen, zu erwähnen, dass es gerade nicht passt. Oder man schlicht keine Lust auf ein Verlaufsgespräch hat. Doch das interessiert nicht.

Ab jetzt werde ich diese Anrufe als freundliche Erinnerung daran betrachten, dass ich den Vertrag ja mal prüfen und vielleicht kündigen könnte. Ganz herzlichen Dank.

Nur, weil Blog drauf steht…

Montag, den 5. Mai 2008

Nach dem Saftblog hat sich jetzt ein neues Journal rund um das flüssige Obst der Öffentlichkeit präsentiert. Das Demeter-Weingut Zwölberich fokussiert sich auf Traubensaft und dafür eigens ein Weblog eingerichtet. Nur leider haben sich die Betreiber anscheinend nicht allzu sehr vorab mit Blogs beschäftigt. Abgesehen davon, dass sie es als „Tagebuch“ bezeichnen, als „der Blog“, dass es keine Links gibt und auch abgesehen davon, dass jegliche Kommentarfunktion fehlt, erinnern die Texte mehr an die eines Werbeflyers als an authentische Einblicke in eine Kelterei. Es fehlt an subjektiven Äußerungen, an Leben, an spannenden Geschichten. Selbst die Fotos sind so winzig und uninteressant, dass sie einfach keine Lust auf Mehr machen. Bitte, das ist schade, das ist vergeudet. Und dann kommen wieder die an, die behaupten Corporate Blogs seien reine PR. Mist, das Traubensaft-Blog ist wieder ein Beispiel mehr für die Miesmacher. Mein Tipp: Schnell offline schalten, ein paar Wochen lang Blogs lesen, ein neues Konzept erstellen und dann mit Spaß und Begeisterung das schreiben, was Safttrinker wirklich interessiert.