Glaser reagiert

15. August 2008 von Melanie Huber

Nachdem Peter Glaser sich nun lange zurückgehalten hat, postet er einen älteren Beitrag von sich - quasi als Antwort darauf, ob man empfangene E-Mails veröffentlichen dürfe.

Gefunden via wirres.

Einige Äußerungen und Argumente Glasers, mit denen er sich vermutlich dafür rechtfertigen möchte, Dettweilers Mail veröffentlicht zu haben:

“E-Mail kann ein kleiner Same sein, der sich innerhalb von Minuten um den Planeten verbreitet und Sturm sät.” - Sie Kann, aber das heißt doch lange nicht, dass man dies aktiv fördern muss.

“Eine der ersten und eindrucksvollsten Erfahrungen, die wohl jeder macht, der mailt und chattet, ist die, wie viel sich doch aus ein paar dürren Zeilen über jemanden herausspüren läßt - wenn man will. Weniger ist mehr.” - Das stimmt. Aber gerade, wenn man sich darüber bewusst ist, sollte man doch in der Lage sein, eine Mail, bei der sich ein Autor im Ton vergriffen hat, nonchalant abzulegen.

“Im Netz können wir erstmals ausprobieren, was geschieht, wenn wir uns unverstellt zeigen.” - Das habe ich schon als Kind ausprobiert und meine Familie bekommt tagtäglich eine Kostprobe davon.

“E-Mail ist eine neue Kommunikationsform, und wir müssen den Umgang mit ihr erst erlernen.” - Wer, wie vermutlich auch Herr Glaser und Herr Dettweiler, E-Mails seit mindestens 15 Jahren nutzt, wird auch in 20 Jahren nicht anders mit ihnen umgehen. Das einzige, was man lernen muss, ist dass meine E-Mail von irgendjemand veröffentlicht werden könnte. Das heißt aber nicht, dass der Veröffentlicher damit im Recht ist.

“Was man in einer E-Mail sagt, sollte man auch in der Öffentlichkeit laut vorlesen können.” - Vorlesen kann man das ja, aber ob man es auch will? Nochmal: Natürlich kann eine Mail in die falschen Hände geraten, an ein Lästeropfer oder die gesamte Internetwelt. Doch würde man ständig daran denken, würde das Mailen doch nur noch halb so viel Spaß machen, die ganze Kommunikation würde ins Steinzeitalter zurück fallen. Alle fordern Dialog, Transparenz und Offenheit, Kritik und raue Töne gehören dann schlicht dazu. Gerade Blogger, Teilzeitblogger und Reputationsblogger sollten das wissen. Ohne Widerspruch und (manchmal auch) Provokation entsteht kein Dialog. Ein Dialog, den doch jemand sucht, der ungefragt eine E-Mail an jemanden versendet.

Mehr mag ich aus dem Beitrag nicht zitieren. Ich möchte auf keinen Fall als Diebin geistigen Eigentums gelten und betone ausdrücklich, dass Urheber der Zitate eindeutig Peter Glaser ist.

Eine Reaktion zu “Glaser reagiert”

  1. Nervenstark | Reality-Check

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