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Online Reisen buchen – eine Qual

Montag, den 25. Februar 2008

Haben Sie schon mal versucht, online eine Reise zu buchen? Oder nur den Flug? Ich falle immer wieder auf diese scheinbar so bequeme Art des Preisevergleichens rein. Erst heute wieder. Wir wollen nach Paris, und noch vor einigen Tagen gab es spitzenmäßige Angebot bei der Bahn – für 39 Euro pro Person und Strecke. Dummerweise habe ich nicht gleich zugeschlagen, denn heute sind es schon 89 Euro pro Person und Strecke.

Das geht doch mit dem Flugzeug billiger. Und Kelkoo listet tatschlich ein Schnäppchen: 190 Euro für zwei Personen, für Hin- und Rückflug. Und die Flugzeiten sind genial. Morgens hin, abends zurück, da bleibt schön viel Zeit vor Ort. Vorsichtshalber frage ich nochmal meinen Mann, ob er sich auch wirklich an dem Datum freinehmen kann. Prima, er würde sogar schon am Abend vorher fliegen können. Ich starte also eine neue Abfrage. Schade, wenn wir schon einen Tag früher fliegen, kostet alles gleich 100 Euro mehr. Belassen wir es also beim ursprünglichen Termin. Ich gebe erneut die Daten ein. So ein Mist. Irgendjemand muss mir in den zehn Minuten zuvor gekommen sein. Für den günstigen Flug sollen wir jetzt auch 290 Euro zahlen. Das ist noch immer günstiger als mit dem Zug, doch ich bin sauer. Irgendwo wird doch der tolle Preis noch verfügbar sein. Jetzt rufe ich alle Anbieter direkt auf, Lufthansa, Skytours, Seat24, BCD, Opodo… Doch nichts, unter 288 Euro gibt es kein passendes Angebot. Mir kommen die ersten Zweifel. Vielleicht sollten wir über den Termin nochmal nachdenken oder lieber nach Nizza fahren? 1.528 Euro. Marseille? 1.450 Euro. Biarritz? Keine Flüge über Kelkoo. Lissabon? 882 Euro. London? 416 Euro. Wo sind nur all die Billigflieger hin?

Inzwischen habe ich über zwei Stunden gesucht. Paris mit dem Flugzeug für 290 Euro ist noch immer das geringste Übel, doch ich ärgere mich so, nicht ein paar Minuten eher das Angebot für 100 Euro weniger bekommen zu haben, dass ich gar nichts buche. Im Zweifel nehmen wir das Auto. Schön gemütlich einen Abend früher mit Zwischenstopp und Übernachtung in einem romantischen Hotel und auf dem Rückweg vollbepackt mit Lebensmitteln aus dem Cora. Das hat doch auch was. Wer braucht schon Flugbörsen?

Laptops nicht erwünscht

Freitag, den 22. Februar 2008

Im Gegensatz zu vielen anderen mag ich es gar nicht, mit dem Zug zu fahren. Meist nehme ich lieber das Auto. Doch hin und wieder gewinnt die Vernunft. So wie gestern. Für 380 Kilometer sollte ich zwar mit dem Zug fast fünf Stunden unterwegs sein, aber man kann ja nebenbei arbeiten. Ich suchte mir einen gemütlichen Platz, baute meinen Laptop auf und legte los. Doch gleich nebenan saßen zwei junge Frauen, die ununterbrochen in einer Lautstärke redeten und lachten, dass ich keinen halbwegs vernünftigen Gedanken fassen konnte.

Ich suchte mir ein neues Abteil, so ein Sechserabteil, es war herrlich still und ich konnte endlich mit der Arbeit beginnen. Beim halt am nächsten Bahnhof setzte sich ein leicht pummeliger junger Mann zu – mit einer riesigen, dampfenden Mc Donald’s-Tüte. Erst mampfte er Pommes, dann einen Cheeseburger, und als er einen Big Mac rausholte, war mir endgültig schlecht. Es stank unerträglich, und ich flüchtete erneut. Doch nun war es so voll, dass ich keinen einzigen Platz mehr fand, so dass ich im Bord Restaurant landete.

Ein Traum. Ein ganzer Vierer-Tisch war leer. Ich bestellte einen Tee und holte glücklich meinen Laptop heraus. „Darf ich Sie daran erinnern, dass hier Laptops unerwünscht sind?“, hörte ich eine ziemlich laute und unfreundliche Stimme neben mir. Das stünde auch in der Karte. Der Bahn-Mitarbeiter schaute mich wütend an und betonte, dass dies ein Restaurant sei und ich ja in einem Restaurant auch keinen Laptop auf den Tisch stellen würde. „Doch“, dacht ich für mich und klappt dennoch eingeschüchtert den Laptop zu und bereute es ziemlich, bereits bestellt zu haben – sonst hätte ich in den Flur gehockt. Zum Glück hatte ich auch ein Buch dabei, doch mit dem Lesen hatte ich so meine Schwierigkeiten. Es herrschte gesellige Kneipen-Atmosphäre. Hinter mir saß eine lustige Runde bei Bier und Wein und amüsierte sich bestens. Nebenan unterhielt sich ein Pärchen lautstark, gegenüber telefonierte aufgeregt ein Berater, und dann setzten sich auch noch drei Männer zu mir, die aufgeregt ein Schiffsbauprojekt besprachen. Es hätte nur noch gefehlt, dass die einen Beamer aufgebaut hätten. Entnervt holte ich wieder meinen Laptop heraus, bereit, den Kampf mit der Bahn aufzunehmen. Und nächstes Mal nehme ich wieder das Auto.

Nachtrag… Genau einen Tag nach diesem Beitrag habe ich Post von der Deutschen Bahn bekommen - eine Bahncard Comfort. Sicher ein zufall, aber ein netter. Die DB Lounge werden ich auf jeden Fall ausprobieren, immerhin gibt es dort WLan.