Archiv des Tags ‘Blogger’
Innehalten
Mittwoch, den 22. Oktober 2008Wir alle verweisen immer wieder auf tolle, erfolgreiche, marketing-kluge Blogs. Und in irgendeiner Forme geht es immer um Inszenierung. In diesem Blog nicht. Und wer die Artikel gelesen hat, wird hoffentlich endgültig aufhören, über Berechtigung von Blogs zu diskutieren. Wir neigen unser Haupt.
Glaser reagiert
Freitag, den 15. August 2008Nachdem Peter Glaser sich nun lange zurückgehalten hat, postet er einen älteren Beitrag von sich - quasi als Antwort darauf, ob man empfangene E-Mails veröffentlichen dürfe.
Gefunden via wirres.
Einige Äußerungen und Argumente Glasers, mit denen er sich vermutlich dafür rechtfertigen möchte, Dettweilers Mail veröffentlicht zu haben:
“E-Mail kann ein kleiner Same sein, der sich innerhalb von Minuten um den Planeten verbreitet und Sturm sät.” - Sie Kann, aber das heißt doch lange nicht, dass man dies aktiv fördern muss.
“Eine der ersten und eindrucksvollsten Erfahrungen, die wohl jeder macht, der mailt und chattet, ist die, wie viel sich doch aus ein paar dürren Zeilen über jemanden herausspüren läßt - wenn man will. Weniger ist mehr.” - Das stimmt. Aber gerade, wenn man sich darüber bewusst ist, sollte man doch in der Lage sein, eine Mail, bei der sich ein Autor im Ton vergriffen hat, nonchalant abzulegen.
“Im Netz können wir erstmals ausprobieren, was geschieht, wenn wir uns unverstellt zeigen.” - Das habe ich schon als Kind ausprobiert und meine Familie bekommt tagtäglich eine Kostprobe davon.
“E-Mail ist eine neue Kommunikationsform, und wir müssen den Umgang mit ihr erst erlernen.” - Wer, wie vermutlich auch Herr Glaser und Herr Dettweiler, E-Mails seit mindestens 15 Jahren nutzt, wird auch in 20 Jahren nicht anders mit ihnen umgehen. Das einzige, was man lernen muss, ist dass meine E-Mail von irgendjemand veröffentlicht werden könnte. Das heißt aber nicht, dass der Veröffentlicher damit im Recht ist.
“Was man in einer E-Mail sagt, sollte man auch in der Öffentlichkeit laut vorlesen können.” - Vorlesen kann man das ja, aber ob man es auch will? Nochmal: Natürlich kann eine Mail in die falschen Hände geraten, an ein Lästeropfer oder die gesamte Internetwelt. Doch würde man ständig daran denken, würde das Mailen doch nur noch halb so viel Spaß machen, die ganze Kommunikation würde ins Steinzeitalter zurück fallen. Alle fordern Dialog, Transparenz und Offenheit, Kritik und raue Töne gehören dann schlicht dazu. Gerade Blogger, Teilzeitblogger und Reputationsblogger sollten das wissen. Ohne Widerspruch und (manchmal auch) Provokation entsteht kein Dialog. Ein Dialog, den doch jemand sucht, der ungefragt eine E-Mail an jemanden versendet.
Mehr mag ich aus dem Beitrag nicht zitieren. Ich möchte auf keinen Fall als Diebin geistigen Eigentums gelten und betone ausdrücklich, dass Urheber der Zitate eindeutig Peter Glaser ist.
Wenn Journalisten bloggen, Blogger missverstehen und das auch noch öffentlich austragen
Mittwoch, den 13. August 2008Eine heiße Diskussion läuft seit einem Tag im Blog des Journalisten Peter Glaser. Und die möchte ich Ihnen auf keinen Fall vorenthalten – sofern diese Schmonzette Ihnen nicht schon anderer Stelle begegnet ist. Denn kaum ein anderes Thema heizt die Gemüter im Internet momentan so an wie der Streit zweier “seriöser” Journalisten.
Sie Story: Peter Glaser, Redakteur und Blogger der Stuttgarter Zeitung, sieht sich als Urheber des Satzes „Die Welt ist eine Google”. Ohne ihn als Quelle für diese nicht allzu abwegige Wortspielerei zu nennen, hat der FAZ-Autor Marco Dettweiler eben diesen Satz in einem Artikel verwendet. Darauf schickte ihm Glaser eine Mail mit folgendem Hinweis: „Wenn Sie mich beim nächsten Mal auch tatsächlich zitieren möchten, habe ich nichts dagegen.“ Dettweilers gepfefferte Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Statt den Streit unter sich auszumachen, stellte Glaser nun den Mailverkehr samt diverser Kommentare seinerseits online. Innerhalb kürzester Zeit schalteten sich Hunderte Leser ein und diskutieren seitdem über Sinn, Recht und Folgen des Streits.
Die Debatte: Neben denjenigen, die für einen der beiden Betroffenen Partei ergreifen, dreht sich die Diskussion stark darum, wer den größeren Reputationsschaden durch die Veröffentlichung hat. Auf dem ersten Blick scheint Dettweiler der Buhmann zu sein, der zu arrogant und scharf auf Glasers Mail reagiert habe. Andere sehen einen Knick der Reputation Glasers. Es sei arrogant auf die Urheberschaft eines solch banalen Satzes zu pochen; es wurde sogar recherchiert, dass der Satz bereits vor Glaser von anderen verwendet wurde, zum Beispiel von Blogger Nico Lumma, und die ganze Geschichte somit ohnehin eine Farce sei. Ganz besonders erregt die Gemüter, dass Glaser vermutlich ohne die Erlaubnis Dettweilers dessen E-Mail veröffentlicht hat. Dass es bei der aufgeheizten Debatte und den unfreundlichen Worten noch zum Rechtstreit kommen könnte, liegt nahe. Unterhaltsam und ein Lehrstück in Sachen Online-Kommunikation ist es allemal.
Was wir daraus lernen:
1. Stellen Sie nie ohne eindeutiges Einverständnis eine Mail oder einen Brief, die oder der an Sie persönlich gerichtet ist, ins Internet.
2. Gehen Sie entspannt mit Ihrem geistigen Eigentum um. Gerade naheliegende Äußerungen können schon von anderen verwendet worden sein. Google als Recherchequelle ist nicht das Maß aller Dinge. Und vielleicht wurde Ihr sinnreicher Satz ja bereits in einer anderen Sprache benutzt.
3. Der Ton macht die Musik. Eine eindeutig freundliche und humorvolle Mail führt vermutlich zu einer ebenso netten Antwort.
4. Lassen Sie sich nicht provozieren.
5. Wenn die Diskussion ins Rollen gekommen ist – unterbinden Sie sie nicht. Glaser verhält sich diesbezüglich richtig. Selbst Kommentare, die ihn direkt angreifen, redigiert oder löscht er nicht. Das ist ein transparenter und glaubwürdiger Austausch.
6. Der Mensch – und nicht nur der Blogger – liebt Klatsch und Tratsch. Wer eine Geschichte mit Würze online veröffentlicht, muss mit einer intensiven Diskussion darüber rechnen.
7. Blogger sind nicht blöd, und das Kollektiv ist noch viel klüger. Somit sollte man sich beim Aufstellen von Behauptungen schon sehr sicher sein, ob diese so stimmen. Die Leser werden sich auf jeden Fall an die Recherche der Fakten und Hintergründe machen und sehr wahrscheinlich die „Wahrheit“ aufdecken. Vermutlich noch viele andere Leichen drum herum aufdecken und veröffentlichen.
8. Diskutieren Sie mit. Glaser hält sich bei der Debatte in seinem Blog vornehm zurück. Damit schürt er den Disput zwar wenigstens nicht, aber es verwundert doch sehr. In einem Blog geht es nicht nur darum, einen Bericht zu veröffentlichen und Lesermeinungen einzuholen.
9. Bevor Sie einen Bericht in einem Blog kommentieren: Lesen Sie sic vorher die anderen Kommentare durch. Ansonsten kann es – wie bei den Kommentaren in Glasers Blog – zu peinlichen Wiederholungen von Aspekten oder Witzen kommen.
10. Vertrauen Sie nicht (allein) den Suchergebnissen bei Google. Momentan gibt es auf den ersten Ergebnisseiten zahlreiche Fundstellen mit negativen Äußerungen zu Marco Dettweiler. Nur weil er verhältnismäßig unangebracht reagiert hat, ist er noch lange kein schlechter Journalist.
11. Wenn Sie eine Mail eines Bloggers erhalten, sollten Sie zunächst recherchieren, welche Person tatsächlich dahinter steckt. Einen Kollegen auf das Bloggen zu reduzieren, führt unweigerlich zu Protest. Dazu sind Journalisten einfach zu eitel.
PR und Blogger – eine praktische Annäherung, Teil 4
Montag, den 4. August 2008Nochmal ein kleiner Zwischenstand… Oder besser gesagt die Information, dass ich nicht viel Neues berichten kann. Aufgrund unerwarteter Bugs sind noch immer keine Zugangsdaten an die interessierten Betatester geschickt worden. Aber morgen ist es endlich soweit, trotz weiterer kleiner Fehler. Gut, da das Portal am 8. August live gehen wird, fällt die Betatest-Phase dann etwas kürzer aus. Doch es würde auch keinen Sinn machen, den Launch zu verschieben. Denn nur rund 20 Leute haben sich als Betatester angemeldet. Ich muss ehrlich sagen, dass ich über die Zahl etwas enttäuscht bin. Immerhin haben wir zusätzlich eine Pressemeldung auf dem klassichem PR-Weg verschickt.
Wir warten dennoch tapfer weiter ab, wer sich tatsächlich an dem Test beteiligen und eventuell sogar berichten wird. In der kommenden Woche werden wir dann Autoren von Finanzblogs ansprechen und über das Portal informieren. Vielleicht sind die ja interessierter als die Start up- und Innovationsblogger. Sie werden es auf jeden Fall hier erfahren.
Reiseberichte
Dienstag, den 29. Juli 2008Nachdem ich neulich nach Reiseblogs gefragt habe, hat mir zufällig eine Freundin ein Blog gezeigt, in dem es genau um dieses Thema geht - mit schönen Berichten und tollen Fotos. Sie war mit der Autorin Birgit-Cathrin Duval in Kanada unterwegs, und während ich früher direkt Fotos zugeschickt habe, kann ich mir nun im Blog einen Eindruck vom Schnorcheln mit Belugas machen. Da es ein liebevoll geführtes Blog ist, möchte ich es Ihnen nicht vorenthalten: Hier geht es zu takkiwrites.