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Furchtbarer Spam-Befall

Montag, den 24. November 2008

Es tut mir leid, aber momentan werden wir übermäßig von Spammern zugemüllt. Ich hoffe, das Problem bald lösen zu können - aber irgendwie rutschen einzelne miese Links in den Kommentaren immer wieder durch. Was soll dieser Mist?

Wenn Journalisten bloggen, Blogger missverstehen und das auch noch öffentlich austragen

Mittwoch, den 13. August 2008

Eine heiße Diskussion läuft seit einem Tag im Blog des Journalisten Peter Glaser. Und die möchte ich Ihnen auf keinen Fall vorenthalten – sofern diese Schmonzette Ihnen nicht schon anderer Stelle begegnet ist. Denn kaum ein anderes Thema heizt die Gemüter im Internet momentan so an wie der Streit zweier “seriöser” Journalisten.

Sie Story:
Peter Glaser, Redakteur und Blogger der Stuttgarter Zeitung, sieht sich als Urheber des Satzes „Die Welt ist eine Google”. Ohne ihn als Quelle für diese nicht allzu abwegige Wortspielerei zu nennen, hat der FAZ-Autor Marco Dettweiler eben diesen Satz in einem Artikel verwendet. Darauf schickte ihm Glaser eine Mail mit folgendem Hinweis: „Wenn Sie mich beim nächsten Mal auch tatsächlich zitieren möchten, habe ich nichts dagegen.“ Dettweilers gepfefferte Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Statt den Streit unter sich auszumachen, stellte Glaser nun den Mailverkehr samt diverser Kommentare seinerseits online. Innerhalb kürzester Zeit schalteten sich Hunderte Leser ein und diskutieren seitdem über Sinn, Recht und Folgen des Streits.

Die Debatte:
Neben denjenigen, die für einen der beiden Betroffenen Partei ergreifen, dreht sich die Diskussion stark darum, wer den größeren Reputationsschaden durch die Veröffentlichung hat. Auf dem ersten Blick scheint Dettweiler der Buhmann zu sein, der zu arrogant und scharf auf Glasers Mail reagiert habe. Andere sehen einen Knick der Reputation Glasers. Es sei arrogant auf die Urheberschaft eines solch banalen Satzes zu pochen; es wurde sogar recherchiert, dass der Satz bereits vor Glaser von anderen verwendet wurde, zum Beispiel von Blogger Nico Lumma, und die ganze Geschichte somit ohnehin eine Farce sei. Ganz besonders erregt die Gemüter, dass Glaser vermutlich ohne die Erlaubnis Dettweilers dessen E-Mail veröffentlicht hat. Dass es bei der aufgeheizten Debatte und den unfreundlichen Worten noch zum Rechtstreit kommen könnte, liegt nahe. Unterhaltsam und ein Lehrstück in Sachen Online-Kommunikation ist es allemal.

Was wir daraus lernen:

1. Stellen Sie nie ohne eindeutiges Einverständnis eine Mail oder einen Brief, die oder der an Sie persönlich gerichtet ist, ins Internet.

2. Gehen Sie entspannt mit Ihrem geistigen Eigentum um. Gerade naheliegende Äußerungen können schon von anderen verwendet worden sein. Google als Recherchequelle ist nicht das Maß aller Dinge. Und vielleicht wurde Ihr sinnreicher Satz ja bereits in einer anderen Sprache benutzt.

3. Der Ton macht die Musik. Eine eindeutig freundliche und humorvolle Mail führt vermutlich zu einer ebenso netten Antwort.

4. Lassen Sie sich nicht provozieren.

5. Wenn die Diskussion ins Rollen gekommen ist – unterbinden Sie sie nicht. Glaser verhält sich diesbezüglich richtig. Selbst Kommentare, die ihn direkt angreifen, redigiert oder löscht er nicht. Das ist ein transparenter und glaubwürdiger Austausch.

6. Der Mensch – und nicht nur der Blogger – liebt Klatsch und Tratsch. Wer eine Geschichte mit Würze online veröffentlicht, muss mit einer intensiven Diskussion darüber rechnen.

7. Blogger sind nicht blöd, und das Kollektiv ist noch viel klüger. Somit sollte man sich beim Aufstellen von Behauptungen schon sehr sicher sein, ob diese so stimmen. Die Leser werden sich auf jeden Fall an die Recherche der Fakten und Hintergründe machen und sehr wahrscheinlich die „Wahrheit“ aufdecken. Vermutlich noch viele andere Leichen drum herum aufdecken und veröffentlichen.

8. Diskutieren Sie mit. Glaser hält sich bei der Debatte in seinem Blog vornehm zurück. Damit schürt er den Disput zwar wenigstens nicht, aber es verwundert doch sehr. In einem Blog geht es nicht nur darum, einen Bericht zu veröffentlichen und Lesermeinungen einzuholen.

9. Bevor Sie einen Bericht in einem Blog kommentieren: Lesen Sie sic vorher die anderen Kommentare durch. Ansonsten kann es – wie bei den Kommentaren in Glasers Blog – zu peinlichen Wiederholungen von Aspekten oder Witzen kommen.

10. Vertrauen Sie nicht (allein) den Suchergebnissen bei Google. Momentan gibt es auf den ersten Ergebnisseiten zahlreiche Fundstellen mit negativen Äußerungen zu Marco Dettweiler. Nur weil er verhältnismäßig unangebracht reagiert hat, ist er noch lange kein schlechter Journalist.

11. Wenn Sie eine Mail eines Bloggers erhalten, sollten Sie zunächst recherchieren, welche Person tatsächlich dahinter steckt. Einen Kollegen auf das Bloggen zu reduzieren, führt unweigerlich zu Protest. Dazu sind Journalisten einfach zu eitel.

Die Statusmeldungen bei Xing

Donnerstag, den 10. April 2008

Seit einigen Wochen ist es möglich, bei Xing sogenannte Statusmeldungen zu hinterlassen. Was es damit auf sich hat, ist jedem Mitglied selbst überlassen, irgendwie. Ich habe zumindest keine Information darüber erhalten, was die Netzwerk-Betreiber damit beabsichtigen oder wozu die Meldungen dienen sollen. Oder stand dazu etwas im Newsletter? Wenn, dann habe ich es überlesen, und alle anderen möglichen Informationen durch Xing, die nicht direkt auf „meiner Startseite“ gelandet sind, nehme ich ohnehin nicht wahr. Und scheinbar geht es vielen anderen Nutzern ähnlich. Denn jeder macht mit den Statusmeldungen, was er oder sie will. Das ist ganz schön anstrengend. Nun kann ich ja nur aus meinem kleinen, feinen Netzwerk berichten, aber dort haben sich folgenden Statusmeldungs-Typen herauskristallisiert – ohne Gewähr…:

Unwissende und Ignoranten: Sie machen die Mehrzahl meiner Kontakte aus und nutzen die Statusmeldungen gar nicht. Ob aus Unwissenheit oder bewusst, von 90 Prozent meiner Bekannten und Freunde wird das Tool nicht genutzt.

Part time lover: Dazu gehöre ich. Wenn es etwas wirklich Spannendes zu berichten gibt, das ihre Kontakte tatsächlich interessieren könnte, notieren sie es. Ob es den Aufenthalt in einer Stadt betrifft, wo man zwischendurch „Kontakte“ treffen könnte, die Daten, in denen man im Urlaub ist, oder der Hilferuf nach konkreter Unterstützung – die Part time lover wollen den Kontakt zu ihren Kontakten über die Statusmeldungen intensivieren, ohne…:

Soft Jobbing: Das sind Leute, die Xing dazu nutzen, wozu die Community eigentlich da ist: Kontakte für die berufliche Karriere zu nutzen und auszubauen. Sie vermelden interessante freie Stellen, von denen sie gehört haben, sagen, ob sie gerade neue Aufträge annehmen können oder notieren Hilferufe bei aktuellen Projekten.

Hard Jobbing: Immer an den Job denken und Xing als kostenloses Anzeigenblatt oder einen RSS-Dienst zu nutzen – so agieren mehr Mitglieder als man denken würde. Wir bieten jetzt auch XY, kommen Sie zum Termin ZZA, habe an folgenden Terminen noch für Sie Zeit…

Die Verwirrten: Diese wissen wie die meisten nicht, was das mit den Statusmeldungen auf sich hat und informieren schlicht drauf los – einfach so. Was auch immer es mir bringt, zu erfahren, dass ein „Kontakt“ gerade telefoniert oder Feierabend macht, die Verwirrten lassen mich dies wissen.

Die Verirrten: Verirrte sind intensive Twitter-Nutzer, welche die Hoffnung in sich tragen, die Vorzüge des Dienstes auf Xing übertragen zu können. Sie notieren alles, was ihnen passiert und worüber sie gerade nachdenken. Doch so richtig trauen sie sich noch nicht. Denn irgendwie ist das ja doch anders bei Xing, und niemand reagiert direkt in den konkreten Kreisen. So gibt es zwar mehr und mehr Versuche der Verirrten, auch Xing zum aktiven, unmittelbaren und zielgruppenorientierten Dialog zu nutzen, aber es gelingt nicht. Denn immer sind auch Zuhörer dabei, die das Ganze nicht interessiert oder die manch eine Reaktion verpasst haben, weil sie eben nicht den Kontakt eines Kontaktes im Adressbuch hatten.

Liebe Xing-Statusmeldungs-Verantwortliche, sagen Sie uns, was wir mit den Statusmeldungen machen sollen! Lassen Sie den Austausch zu und das Mitlesen, selbst wenn eine Antwort von einem Mitglied kam, die nicht unmittelbarer Kontakt ist; lassen Sie die Anzeige der Statusmeldungen allein zu, über einen langen Zeitraum gespeichert, selektierbar nach Kontakten… So macht das alles keinen Sinn und verwirrt die Mitglieder. Ach ja, und warum kann ich einen „Status“ nicht ändern oder löschen, ohne dass meine Kontakte dies erfahren (wahrscheinlich interessiert es diese ja nicht, dass ich gerade gut gelandet bin)?

Ein Lob möchte ich noch aussprechen. Meine Lieblingsstatus-Meldung schrieb Steven – er vermeldete, dass er keine Aufträge mehr annehmen könne. Kurz, klar, neugierig machend, gut.

Spam nervt

Donnerstag, den 20. März 2008

Vor einigen Wochen haben wir uns ja entschlossen, fortan Kommentare nicht mehr zu moderieren. Und diese Entscheidung war genau richtig. Es hat bisher nur konstruktive und interessante Diskussionen gegeben. Doch der Beitrag, in dem wir den Schritt ankündigten, wird täglich mehrmals mit Spam beschossen. Dummerweise kommen trotz der Vorkehrung einige Spammer damit durch. Deshalb werden wir genau diesen Beitrag nicht mehr kommentieren und anpingen lassen, tut mir leid. Ich weiß, dass es bessere technische Lösungen zum Vermeiden von Spam gibt, doch ehrlich gesagt habe ich keine Lust, mich da einzuarbeiten (ich schreibe lieber). Freue mich aber über Tipps und Hinweise, die auch wir technisch nicht so Affinen verstehen…

Kommentare moderieren oder nicht?

Donnerstag, den 14. Februar 2008

Heute beim Social Web Breakfast habe ich mit Klaus Eck und anderen darüber diskutiert, ob man Kommentare frei einstellen lassen sollte oder sie vorher checken sollte. Sie Meinung der meisten war eindeutig: Kommentare sollten sofort publiziert werden. Man könne sie ja im Nachhinein immer noch löschen, sollte etwas Gesetzeswidriges oder Spam enthalten sein.

Bisher hatte ich mich nicht dazu durchringen können – nicht aus Angst vor Kritik oder Falschaussagen, sondern wegen all der Spammer, die leider im Web ihr Unwesen treiben und auch vor Kommentaren keinen Halt machen. Zudem rate ich Kunden, die vor freien Kommentarmöglichkeiten zurückschrecken, diese kleine Schleife einzuführen. Somit wollten wir es hier ähnlich handhaben. Aber: Ich habe mich überzeugen lassen! Niemand soll mehr zwei Stunden darauf warten müssen, dass sein Beitrag freigeschaltet wird. Wer möchte, ist herzlich eingeladen zu kommentieren, und die Texte stehen sofort hier im Blog. Die Policy werden wir noch entsprechend anpassen. Es versteht sich von selbst, dass Beleidigungen, Hetzereien oder gar rechtswidrige Äußerungen hier keinen Raum finden. Mal schauen, was passiert… Lustigerweise ist gerade in dem Moment, in dem die Entscheidung fiel, ein Spam-Kommentar eingestellt worden. Ein Omen? – Ich hoffe nur dafür, dass wir uns um die technischen Voraussetzungen kümmern müssen, damit es Spammer künftig schwerer haben.