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Bitte nie mehr Big Brother
Freitag, den 27. Juni 2008Es ist ja fast schon ein Fauxpas, Big Brother zu gucken, geschweige denn darüber zu berichten. Doch wenn man es nicht tut, wird Endemol wohl nie aufhören, diese total unsinnige Sendung auszustrahlen. Und so zappe ich hin und wieder rein. Man mag von der Sendung halten, was man will. Aber in den vergangenen Wochen hat das Format den endgültigen Niedergang der Reality Shows eingeleitet – hoffe ich. Denn den Machern fällt nach bald sechs Monaten schlicht nichts mehr ein. Und so werden Bewohner aus früheren Staffeln als Gäste ins „Haus“ geschickt, müssen Aufgaben an einem Tag gelöst werden, die bereits als sogenannte Wochenaufgaben bewältigt wurden, und - wäre dies nicht genug – ist jetzt auch noch ein „Alien“ in die Fernseh-WG gezogen, ein kleines verkleidetes Männchen, das mit blechener Stimme über Sex im All spricht. Wahnsinn. Australiens Big Brother-WG bekam übrigens erst vor ein paar Tagen von Pamela Anderson Besuch.
Natürlich ist jeder selbst für seinen TV-Konsum verantwortlich. Aber das, was die Produktionsfirma den Zuschauern bietet, ist unverschämt. Und ganz nebenbei wird bereits dazu aufgerufen, sich für die nächste Staffel zu bewerben. Muss das sein? Dann doch lieber eine weitere Koch-, Tier- oder Auswanderungssendung…
Zoom-Zoom – bitte?
Montag, den 10. März 2008Seit 2002 bewirbt Mazda seine Autos mit dem Spruch - beziehungsweise den Lauten „Zoom-Zoom“. Scheinbar mit Erfolg, denn sonst hätte man sich sicher davon getrennt und nicht wieder für den Mazda6 herangezogen, der gerade massiv beworben wird. Ich habe keine Vorstellung davon, was Zoom-Zoom bedeuten soll. Vielleicht geht es den Mazda-Fans ja anders. Oder sie sind alle Klaus Lage-Fans, der einst sang: „Und es hat zoom gemacht.“ Damit meinte er, dass er sich verknallt hätte. So könnte Zoom-Zoom die dringliche Aufforderung sein, sich in den Mazda zu verlieben. Dann hätte das Zoom etwas von Heranzoomen, Fokussieren. „To zoom off“ heißt laut Leo.org „laut absurren“, was ja irgendwie passt: Mit dem Mazda ist man ganz schnell weg, und der Motor schnurrt wie eine (große) Katze, gar wie eine gefährliche Katze. Surren bedeutet laut Duden: „ein durch eine sehr schnelle, gleichmäßige Bewegung hervorgerufenes, dunkel tönendes, summendes Geräusch.“ Passt doch, wahrscheinlich.
Dann wäre da noch der Zoomer, hier muss wohl aber noch mächtig was dafür getan werden, dass es zoom macht bei den Lesern und das Portal für Schnelligkeit und Bewegung steht.
Die Weisheit der Vielen
Montag, den 21. Januar 2008Großartig war das Experiment angekündigt worden: Günther Jauch wollte gestern in seiner Show Die Weisheit der Vielen herausfinden, wer schlauer ist - der einzelne Experte oder die Masse. Klar habe ich erwartet, dass dies nicht streng wissenschaftlich erfolgt. Aber was dann gezeigt wurde, war wirklich unfassbar. Ein Ratespiel. Welches Rennpferd siegt, wie kalt war es gestern um 21 Uhr in 65 Metern Höhe am Kölner Dom, mit welchem der neun gezeigten Männer ist diese Frau verheiratet? - Als Expertin durfte beispielsweise Familienministerin Ursula von der Leyen drauf losraten: Wie viele Kinder wurden gestern bis 22 Uhr in Hamburger Krankenhäusern geboren? Sonja Zietlow und Dirk Bach konnten sich als Dschungelcamp-Moderatoren ebenfalls als Experten einbringen - mit der Frage, wie viele Zähne der Alligator im Studio habe.
Doch nicht allein die fragwürdigen Experten und Aufgaben machten die Sendung zur Farce. Was soll man bitteschön mit dem Ergebnis anfangen, dass die Zuschauer auf 66 Zähne im Maul des Alligators tippten und Bach und Zietlow auf 62? Hätten sich die Zuschauer beraten können, diskutieren und ihr Wissen zusammenbringen, das wäre spannend gewesen. Dann hätte man zumindest einen kleinen Beweis der kollektiven Intelligenz. So bleibt nur ein Blick in das Web. Hier, wo wirklich Viele unterwegs sind und ihre Kenntnisse teilen, findet das Experiment Masse vs. Experte zu jeder Sekunde an den verschiedensten Stellen statt. Das Internet bietet die richtigen Tools, sich auszutauschen, zu debattieren und sich so der Wahrheit anzunähern. Vor der nächsten Wissenssendung sollten die Macher von RTL vielleicht mal ins Netz gucken und sich Anregungen holen, wie richtige Ergebnisse zustande kommen können. Hier die zu untersuchen wie die Weisheit der Vielen entsteht, das wäre spannend.
Kommentare zur Sendung gigt es auch im VisualBlog, in der FAZ, bei der Süddeutschen, beim RT Zapper und bei Stefan Niggemeier im Fernsehlexikon.
Von Laufstraßen und Löffelschaum
Montag, den 14. Januar 2008Werbung eignet sich bestens zum Aufspüren von Neologismen und Unsinn. Abgesehen davon, dass mir Barbara Schöneberger ohnehin zu laut und zu präsent ist, muss sie nun auch noch für Nescafé im TV-Spot „Schaumlöffler“ zum Kauf von Kaffee-Pads animieren. Dabei handelt es sich nicht um gewöhnliche Kaffee-Pads, sondern um „Löffelschaumprodukte“. Löffelschaum für Schaumlöffler, was soll das bitte sein? Ein Löffel, der bei richtigem Löffeln Schaum schlägt? Jemand, der im Schaumbad gerne löffelt? Ein Restaurantgast, dem vor Wut über den Kellner der Schaum vorm Mund auf den Suppenlöffel tropft?
Ähnlich fragwürdig ist der Begriff „Laufstraßen“, der aktuell in einem Spot für einen Teppichreiniger fällt. Die geplagte Hausfrau ist verzweifelt ob der Laufstraße in ihrem Wohnzimmer. Bisher dachte ich, dass es sich dabei um die Fertigungsanlage in der Industrie handele; oder um eine Straße für Jogger. Vielleicht sind Parkett-Besitzer hier im Nachteil, aber ganz ehrlich, von Laufstraßen auf dem Teppich habe ich noch nie gehört.
Über meinen absoluten Favoriten der irrwitzigen Werbesprüche haben sich schon andere wie der Chaosblogger und das Aloha Weblog ausgelassen. Doch man muss sich die Werbung von Clearblue für einen Schwangerschaftstest einfach auf der Zunge zergehen lassen (oder besser nicht): „Erleben Sie die größte technische Revolution auf die ein Urinstrahl treffen kann!” Als Frau kann ich nur sagen: Pfui! Es geht um Babys, nicht gewollte oder gewollte. Wie egal kann es da sein, wohin man uriniert? Zumal sich der Test nur dadurch von anderen unterscheidet, dass ein „Schwanger“ statt einem Strich oder Kreuz erscheint. Wie revolutionär.