Archiv des Tags ‘Verkaufen’

Spieglein, Spieglein…

Dienstag, den 18. März 2008

Gestern hat RTL2 in einer Reportage den Magic Mirror vorgestellt – leider ohne jeglichen Link oder Hinweis auf die Quelle. In einem New Yorker Kaufhaus können sich Modebewusste vor dem Spiegel filmen lassen, und das Bild wird ins Internet übertragen. Entweder alle Community-Mitglieder oder ausgewählte Freunde dürfen nun beim Klamottenkauf beratend zur Seite stehen. Das Video kann scheinbar auch auf Handys oder via E-Mail verschickt werden. Wer keine Lust zum Anprobieren hat, hält einfach das Kleid oder die Hose im richtigen Winkel vor den Körper, schon sieht man in der Projektion im Spiegel, ob es einem steht oder nicht – so als hätte man die Kleidung tatschlich angezogen.

Für alle, die allein shoppen müssen, könnte der Magic Mirror eine echte Hilfe sein. Der Mann kann vom Büro aus sagen, ob ihm die Bluse gefällt, die ganze Welt ist eingeladen, das richtige Outfit auszuwählen. Mal sehen, ob sich die Idee durchsetzt. Im Zweifel haben wir bald an vielen anderen Orten Kameras, die Bilder an Berater in der Ferne liefern. Beim Friseur (soll ich meine Haare tatsächlich blond färben?), beim Autokauf (steht mir der Porsche?), im Restaurant (lieber den Thunfisch oder das Huhn?), im Kreissaal (falls ER gerade keine Zeit hat, Händchen zu halten)… Nie mehr allein sein, selbstständig entscheiden müssen. Ganze Scharen von Verkäufern würden sich so einsparen lassen.

Im nächsten Schritt gibt es die Mini-Kamera mit Sender an der Brille oder Haarspange. Dann können alle Freunde fast gemeinsam mit einem im Buch lesen, ins Kino gehen, in der Kneipe hocken oder am Krisen-Meeting mit dem Chef teilnehmen. Lustig, man nutzt die Technik, das Internet, um offline besser anzukommen. Susi, Astrid, schön euch heute zu treffen.

Nischen finden und besetzen

Freitag, den 29. Februar 2008

Ich weise meine Seminarteilnehmer und Kunden immer wieder darauf hin, dass es viel sinnvoller ist, Nischen zu besetzen und einzelne Zielgruppen mit unterschiedlichen Kommunikationsmaßnahmen anzusprechen. Da entdecke ich heute diese Werbung im Schaufenster des Friseurs um die Ecke.Vierbeiner und Frauchen gleichzeitig frisieren

Da fragt man sich, wer wohl hier zum Waschen, Schneiden, Legen geht, wenn gleichzeitig und Hunde kläffen oder katzen verrückt spielen. Ob die Inhaber erwarten, dass Frauchen gleich mit dem Vierbeiner in den Salon geht? - Zu meiner Schande muss ich gestehen, dort vor einiger Zeit meinen Mann hingeschickt zu haben - aus Faulheit, denn der Friseur ist ja schön nah. Und damals gab es solche Plakate noch nicht. Trotzdem sah der Arme danach ganz aufgeplustert aus. Vielleicht hatte die Friseuse schon damals davon geträumt, Pudel zu stylen.

Tricks der Verkäufer

Freitag, den 18. Januar 2008

Heute hat mir ein Kunde das Gleichnis vom sprechenden Wellensittich erzählt. Die Geschichte ist ganz interessant, und ich kannte sie bisher nicht. Sie geht so:

Ein Mann kommt in eine Zoohandlung und fragt nach den Preisen für Wellensittiche.  “Die kosten alle fünf Euro, nur dieser hier kostet 50 Euro”, sagt der Verkäufer. Darauf will der Mann wissen, wieso der eine Sittich so viel teurer ist als die anderen. Dieses Tier könne als einziges sprechen, klärt ihn der Zoohändler auf. darauf kauft der Interessent natürlich den Vogel für 50 Euro.

Am nächsten Tag kommt der Kunde in das Geschäft zurück und beschwert sich darüber, dass sein neues Haustier kein Wort gesagt habe. “Kein Wunder”, sagt der Verkäufer, “er hat ja niemanden, mit dem er reden kann. Sie sollten ihm einen Spiegel kaufen, dann denkt er, einen Gesprächspartner zu haben.” Der Spiegel wird gekauft. Doch am folgenden Tag steht der Mann wieder im Laden. Der Vogel habe trotz Spiegel nicht gesprochen. “Ja”, sagt der Zoohändler, “der Sittich hat einfach keine Bewegung. Sie sollten ihm ein Treppchen kaufen, dann ist er besser gelaunt.” Klar, dass die kleine Treppe gekauft wird.

Doch auch am nächsten Tag kommt der Mann in die Zoohandlung. Er sagt: “Mein Vogel hat immer noch nicht gesprochen. Heute lag er tot im Käfig. Aber er schaute mich so an als wolle er sagen ‘Hättest du mir doch bloß Futter gekauft’.”- So funktioniert geschicktes Verkaufen. Irgendwie erschreckend, aber wahr.