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Linktipp: Interview mit Wolfgang Zeglovits

Samstag, den 26. April 2008

“Die Presse” veröffentlicht heute ein Interview mit Wolfgang Zeglovits. Der Kommunikationsexperte beantwortet hier Fragen rund um die “Phänomene” Youtube, StudiVZ & Co. Das Schöne an seinen Antworten: Sie sind weder sensationsheischend noch provokant. So sagt er beispielsweise auf die Frage, ob das Web 2.0 die Privatsphäre auflöse: “Schon zu Beginn des 20.Jahrhunderts wurden Prominente vom Boulevard öffentlich bloßgestellt. Die heutige Problematik ist eher die, dass sich diese Mechanismen nicht mehr auf Prominente konzentrieren, sondern jeder davon betroffen sein kann.”

Ganz im Gegensatz dazu ein anderer Bericht in der gleichen Ausgabe der Zeitung. Unter der Überschrift “Web 2.0: Das Netz der Jugendlichen” werden durch Aussagen wie: “Wer kein eigenes Profil, keine eigene Site hat, existiert (fast) nicht” Vorurteile bestätigt und Kopfschütteln auf Knopfdruck herbeigeführt.

Zehn Vorteile eines Veranstaltungs-Blogs

Freitag, den 25. April 2008

Kaum ein Thema eignet sich besser, um erste Erfahrungen mit Weblogs zu sammeln, als ein Event. Und dennoch: nur wenige Unternehmen nutzen bisher dieses Kommunikationsinstrument – sei es, um ein Event vorzubereiten, zu begleiten oder um neue Zielgruppen zu erreichen. Gestern habe ich darüber einen kurzen Vortrag auf der Messe Imex gehalten. Es waren zahlreiche interessierte Zuhörer gekommen, doch alle waren sich einig, dass das Thema Web 2.0 allgemein noch kaum eine Rolle in Zusammenhang mit Veranstaltungen, Messen oder Kongressen spielt. Klar gab es das Blog zu CeBIT, zur re:publica oder dem E-Day in Klagenfurt. Doch das sind Ausnahmen. Woran mag das liegen? Die Vorbereitung einer Veranstaltung ist meist – für eine klar definierte Zeit – sehr zeit- und ressourcenaufwändig, den Organisatoren bleibt selten ein Moment, sich nebenher noch um ein Blog zu kümmern. Dabei könnte diese auch entlasten, vor allem, wenn es frühzeitig aufgesetzt wird. Ob ein Blog, das von externen Experten, den Referenten oder Besuchern vom letzten Jahr geschrieben und betreut wird – oder ein Blog mit Autoren aus den eigenen Reihen: hier liegen echte Chancen und Potenziale.

1. Durch die richtigen Fragen erfahren Sie vor der Veranstaltung, was die Besucher erwarten – von den Referenten über das Catering bis hin um konkreten Programm. Beschwerden im Nachhinein werden sich folglich verringern, und Sie können die zufriedenen Besucher bei der nächsten Veranstaltung erneut begrüßen.

2. Sie erreichen eine neue Zielgruppe, die auf klassische Werbemaßnahmen nicht oder nur eingeschränkt aufmerksam wirkt.

3. Die Bekanntheit Ihrer Veranstaltung steigt; durch Mundpropaganda im Web wird an diversen Stellen über Sie geschrieben.

4. Auch im Anschluss vermittelt das Blog einen tiefen Einblick und macht neugierig auf das nächste Event.

5. Ihre Veranstaltung bekommt ein Gesicht und bindet Interessierte mehr als ein Flyer je könnte.

6. Die Besucher fühlen sich mehr als Teil der Veranstaltung, Sie binden diese auch über das Event hinaus.

7. Wenn sie mal bei der Vorbereitung nicht weiterkommen, helfen Ihnen eventuell Ihre Blog-Leser; sie kennen möglicherweise genau denjenigen, den Sie suchen oder haben Kontakte zu dringend benötigten Dienstleistern.

8. Eine „normale“ Webseite rund um eine Veranstaltung einzurichten ist deutlich aufwändiger und kostspieliger. All die interessanten Kommunikationsmittel bietet das Blog frei Haus.

9. Selbst technisch unerfahrene oder scheue Mitarbeiter können schnell mit dem Content Management System des Blogs umgehen.

10. Es macht unglaublich Spaß, gemeinsam mit den Lesern an einem Projekt zu arbeiten und nicht im stillen Kämmerlein zu bibbern, ob die Ideen rund um das Event ankommen.

Von wegen schreibfaule Jugend…

Mittwoch, den 23. April 2008

Natürlich gibt es sie, die Jugendlichen, die jede Minute ihrer Freizeit vor dem Rechner verbringen, chatten, flirten, spielen. Doch das Internet bietet gerade für Jugendliche viel mehr, und junge Surfer nutzen sie. Ein gutes Beispiel ist die Online-Plattform Hierschreibenwir. Der Name ist Programm. Jugendliche können auf der Webseite Texte schreiben, über diese und Bücher ganz allgemein diskutieren und sich gegenseitig bei den ersten schriftstellerischen Gehversuchen helfen. Rund 3.500 Jugendliche machen bereits mit, und es werden täglich mehr. Nun ist der erste echte Roman auf Hierschreibenwir entstanden. „Alles Emma – oder was?“ ist ein klassisches Jugendbuch rund um Schule, Eltern, Freundschaft und erste Liebe. Die Autorin Gerlis Zillgens hat mit all den Mitgliedern von Hierschreibenwir an dem Buch gearbeitet, 13 jugendliche Co-Autorinnen haben so tolle Beiträge geschrieben, dass diese nun in dem Buch, das Ende April bei Rowohlt erscheint, enthalten sind. Besonders beeindruckend sind die Einstellungen der jungen Online-Nutzer. Schluss also mit den Vorurteilen!

Julia, 15: „Das Schreiben macht mir einfach Spaß. Ich möchte unbedingt Autorin werden und Emma1 war eine wundervolle Gelegenheit, um Erfahrungen zu sammeln, sich Hilfe von anderen zu holen und den eigenen Schreibstil zu entwickeln. Außerdem wurde man durch die kleinen Gewinne bei Emma1 immer richtig angespornt, noch mehr zu geben.“

Vanessa, 16: „Bei so vielen verschiedenen Köpfen kommen so viele tolle Ideen zustande, das glaubt man gar nicht! Kreativ zu sein hatte vorher auch immer einen großen Reiz für mich. Seiner Fantasie einfach freien Lauf lassen und alles niederzuschreiben, was einem so alles im Köpfchen herum spukt! Aber zusammen mit anderen macht das zehnfach so viel Spaß! Deshalb ist HSW auch einfach so ein geniales Projekt! Man kann unglaublich viel lernen, aber das mit so viel Begeisterung und vor allen Dingen auch mit anderen Jungens und Mädels, die genauso ticken wie man selbst!“

Lena, 14: „Ich hätte nie gedacht, dass es so viele Mädchen in meinem Alter gibt, die schreiben, sich mit allen auszutauschen über die eigenen Texte, über gute Bücher - Das hat mir sehr viel Spaß bereitet und macht es immer noch.“

Maike, 16: „Es war schon mal genial, überhaupt Mädchen kennen zu lernen, die auch gerne schreiben. Normalerweise wird man, wenn man als Hobby ‚Lesen und selber schreiben‘ angibt, erst mal total komisch angeschaut.“

Maja, 14: „Manchmal saß ich auch schon den ganzen Nachmittag nur zu Hause herum und habe mir Notizen gemacht, damit ich später einen tollen Text schreiben konnte, obwohl ich mich auch daran erinnere, dass mir einige Ideen sogar in der Schule gekommen sind. Seit ich bei Hierschreibenwir bin, denke ich fast nur noch an das Schreiben.“

Kristina, 15: „Hätte mir nicht meine Buchhändlerin den Werbeprospekt in die Hand gedrückt, dann hätte ich nie auf diese wundervolle Seite gefunden, denn seit den vielen Monaten in der Hierschreibenwir-Community haben sich meine Texte und Geschichten enorm verbessert und das habe ich nur den fleißigen Kommentarschreiber-Autorinnen und Autoren und der regelmäßigen Übung auf meiner Lieblingsinternetseite zu verdanken!”

Cathrin, 16: „Ich schreibe bei Emma mit, weil ich einfach für mein Leben gerne schreibe und Emma so etwas wie MEIN persönlicher literarischer Partner fürs Leben ist! Okay, das klingt ziemlich…seltsam, aber ich muss wirklich sagen, dass ich mich total mit Emma identifizieren kann, ich bin genauso tollpatschig und tomatensündrom-anfällig wie sie! Zudem ist Gerlis Zillgens eine supertolle Autorin und so ist es eine wahre Ehre, mit ihr zusammen an einem Buch schreiben zu dürfen!!! Und selbstverständlich muss ich auch die vielen, vielen unglaublich netten und hilfsbereiten Mitautorinnen, ohne die der ganze Wettbewerb wahrscheinlich nur halb so viel Spaß machen würde, an dieser Stelle unbedingt erwähnen! Wir sind praktisch schon zu einer kleinen Familie zusammengewachsen, Emmas Verwandtschaft ist nämlich ganz schön groß!”

Melina, 14: „Ich liebe es, mich beim Schreiben in andere Personen und Charaktere zu versetzen und mir vorzustellen, was die Personen denken und fühlen und daraus handeln. Bei dem Emma-Projekt geht es ja, wie der Name schon sagt, um „Chaos, Küsse, Katastrophen“. Privat schreibe ich aber gerne auch über andere Themen und bin zurzeit dabei, meine Buchidee auszubauen. Ich habe die Charaktere und Handlung zusammen und werde bald anfangen zu schreiben. Klar habe ich dabei wie jeder junge Schreiber das Ziel einer Veröffentlichung vor Augen, aber auch wenn es nicht klappt: Ich habe dann ja nicht alles umsonst geschrieben, sondern dabei gelernt und komme so meinem Traum Stück für Stück näher.“

Kleine Anmerkung: Die Macher von Hierschreibenwir sind Kunden von Kilroy PR, doch ich hätte sicher auch sonst über dieses schöne Projekt berichtet.

Ausgaben für “das Web 2.0″ steigen

Mittwoch, den 23. April 2008

Laut einer neuen Studie von Forrester Research werden Unternehmen in den kommenden Jahren deutlich intensiver in Web 2.0-Dienste investieren, bis zum Jahr 2013 würden rund 4,6 Milliarden Dollar weltweit für Wikis, RSS, Communities & Co. ausgegeben. Vor allem große Unternehmen würden sich dem 2.0-Trend anschließen. Kleinere und mittlere Firmen stehen der Innovation noch immer skeptisch gegenüber. Sie erkennen weder den Mehrwert noch Refinanzierungsmöglichkeiten. Kostenlose Inhalte und Dienste anzubieten erscheint im Widerspruch zu Wirtschaftlichkeit und Umsatzzielen zu stehen. Dabei geht es meines Erachtens vor allem darum, mit Hilfe von Web 2.0-Anwendungen Kosten zu sparen und Mehrwerte zu schaffen:

+ Durch viele Anwendungen erübrigen sich kostspielige Marktfoschungs-Untersuchungen.

+ Das Call Center wird entlastet.

+ Teure Beta-Tests können entfallen oder eingeschränkt werden.

+ Kosten für Produkt-Tests, -Entwicklungen und -Optimierung lassen sich einsparen und orientieren sich durch die Einbeziehung der Verbraucher näher an deren Bedürfnissen.

+ Ausgaben für teuren Presseversand können durch den Einsatz von RSS (mittelfristig) reduziert werden.

+ Suchmaschinenmarketing kostet Geld; wer richtig auf das Web 2.0 setzt, betreibt Suchmaschinenoptimierung und ist letztlich besser in den Ergebnislisten platziert.

+ Ob Veranstaltungen oder andere Projekte - mit Hilfe von Wikis, Twitter oder Blogs wird das Projektmanagement optimiert; dadurch sinkt die Arbeitszeit und wird die Effizienz gesteigert.

+ Viral im Web verbreitete Maßnahmen (Word of Mouth-, Conversational Marketing) sind günstiger als TV-Spots oder Print-Anzeigen – und erreichen häufig dennoch die klassischen Medien, im redaktionellen Umfeld.

+ Der Aufwand für die Aktualisierung von Daten, Inhalten oder anderen Informationen reduziert sich.

Natürlich spielen auch Faktoren wie Imagebildung, Bekanntheit, neue (junge) Zielgruppen, Mitarbeitermotivation eine wichtige Rolle. Leider sind diese Punkte vielen Firmen jedoch eher schwer zu vermitteln. Erst vor ein paar Tagen habe ich wieder zu hören bekommen: „Das Geld könnte ich doch auch in Google Adwords stecken, dann weiß ich genau, was es mir bringt.“

Auch zahlreiche andere Blogger haben sich mit dem Thema befasst und ihre Ansichten und Tipps zu spezifischen Aspekten veröffentlicht. Eine kleine Auswahl:

Reputation Management: Intelligente Anreize für Online-Besucher

10 Tipps für erfolgreiches Referenten-Marketing

Wait and Watch - ist OpenSocial wichtig?

Journalismus 2.0: Runter mit der Rendite, rein in Multimedia

Voraussetzungen für die Einführung von Knowledge Blogs in Organisationen

Tangiert Web 2.0 den Fernsehkonsum?

Studie: Erfolgreiche virale Kampagnen starten

User Generated Content

Montag, den 21. April 2008

Das interactive Advertising Bureau (IAB) hat eine 17 Seiten lange, kostenlose Zusammenfassung erstellt, wie das Web 2.0 Werbung und Kommunikation verändern kann. Das englische Dokument liegt hier zum Download bereit. Vor allem Unwissenheit führe zu Ängsten und Vorbehalten in Unternehmen, so dass viele Firmen die Chancen von Social Media und dialogorientierten Anwendungen im Netz noch immer nicht erkannt hätten. Angereichert ist das pdf mit zahlreichen schönen Beispielen interaktiver Anwendung - beispielsweise mit den CaféMom, einer Seite, auf der sich Mütter unter anderem darüber austauschen können, was sie am Abend kochen werden… Das IAB folgert richtig: “Instead of broadcasting one-way messages at their audiences, advertisers are compelled to engage in a conversation. Doing so carries risks, but failure to do so carries more.”