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Conversational Marketing

Dienstag, den 5. Februar 2008

Am 14. Februar werde ich auf dem Social Breakfast von Klaus Eck und der KongressMedia GmbH in Frankfurt einen Kurzvortrag zum Thema „Conversational Marketing“ halten. Doch was ist das überhaupt? Und was bringt es Unternehmen? Wie der Name schon sagt – bei dieser neuen und zugleich alten Form des Marketings steht der Dialog im Vordergrund, der direkte und vollkommen transparente Austausch mit Kunden, potenziellen Verbrauchern, Anhängern einer Marke, aber auch Gegnern. Kurz: Das Unternehmen stellt sich dem Gespräch mit allen, die dazu bereit sind – und nutzt dazu die Mittel, die das Internet zur Verfügung stellt: Communities, Foren, Blogs, Social Networks, all die Dienste, die einen echten Dialog ermöglichen. Es ist ein Fakt, dass sich Menschen mehr und intensiver mit einer Marke beschäftigen, wenn sie darüber reden können und zudem noch exklusive Informationen von Vertretern des entsprechenden Unternehmens bekommen.

Beim Conversational Marketing geht es nicht darum, andere von seiner Meinung zu überzeugen, sondern Fragen zu stellen, zuzuhören, eigene Vorstellungen außen vor zu lassen. Der (potenzielle) Kunde steht im Vordergrund, nicht die jahrelange Erfahrung der Marketing-Verantwortlichen. Doch ohne echtes Interesse an der Meinung Dritter geht es nicht, aufgesetzte Neugier kann schnell enttarnt werden, und wer öffentlich einsehbar bescheinigt bekommt, dass die aktuelle Kampagne nicht gut ankommt, sollte etwas daran ändern. Konversation um des Marketing-Effekts Willens zu betreiben, führt zu negativen Reaktionen und schadet dem Image. Wer das Instrument muss, sollte die Hinweise aufgreifen und handeln – oder zumindest (offen) darlegen, warum nicht reagiert wird.

Nun klingt das Gesagte nicht neu, und ist es auch nicht. Zudem wird das verwandte Word-of-Mouth-Marketing (WoM) bereits von zahlreichen Unternehmen betrieben. Viele WoM-Anhänger sehen keinen Unterschied zum Conversational Marketing, andere verweisen darauf, dass WoM nicht konsequent den Dialog wischen Verbraucher und Unternehmen bedeute. Oft werden WoM-Maßnahmen von Agenturen durchgeführt, und das Unternehmen beobachtet höchstens die Diskussionen. Letztlich ist es einfacher, WoM zu betreiben, man kann die Ressourcen auslagern und die häufig gefürchtete Transparenz ist keine Voraussetzung. Das Problem: Das Web ist voll von WoM-Projekten; Nutzer können hier Produkte testen, dort das eigene Wissen einbringen und da lustige Animationen erstellen. Das ist alles besser als die klassische Einbahnstraßen-Werbung, doch haben es Unternehmen immer schwerer, neben all den guten Maßnahmen mit einer Idee aufzufallen. Conversational Marketing mit den echten Dialogen zwischen Machern und Zielgruppen hingegen ist nicht so verbreitet und fällt von daher eher auf. Ein Zaubermittel ist es jedoch nicht. Denn nur weil ich gerne eine bestimmte Chips-Sorte esse oder einen Kinofilm kritisiere, möchte ich nicht unbedingt darüber diskutieren. Die engagierten und dialogbereiten Zielgruppen sind zunächst auszumachen und zu motivieren, WoM erreicht auch die passiven Nutzer, die sich gern einfach unterhalten oder amüsieren lassen möchten.

Der große Mehrwert für Unternehmen, die Conversational Marketing betreiben, besteht darin, im Dialog sehr kostengünstig Marktforschung zu betreiben. Man erfährt, was Kunden und potenzielle Zielgruppen tatsächlich wünschen. Produkte, Marken oder Kampagnen können so an die Bedürfnisse, dem Geschmack der Verbraucher angepasst werden. Und: durch die größere Transparenz nach außen verbessert sich die interne Kommunikation.

Mehr dazu am 14. Februar in Frankfurt…

Web 2.0

Freitag, den 25. Januar 2008

Da ich noch immer in jedem Seminar von mindestens einem Teilnehmer gefragt werde, was eigentlich das Web 2.0 sein soll, möchte ich hier noch einmal eine Definition geben. Oder besser zunächst auf diverse gute Beschreibungen verweisen, denn über den Begriff wurde schon so viel geschrieben, dass man dies wirklich nicht wiederholen muss. Eine gute und umfassende Erklärung bot Markus Kühle bereits 2006 in seinen Webthreads. Auch Wikipedia bietet viele Infos zum Thema. Und im Web2Null Sammelalbum können Sie sich über aktuelle Anwendungen und Dienste informieren.

Da jedoch gerade diejenigen von allzu tiefgehenden und technischen Definitionen abgeschreckt werden (wobei ich die oben genannten Quellen damit nicht als unverständlich bezeichnen möchte, doch manche Leute mögen’s bei ersten Berührungen mit einem Thema lieber schlicht), die sich noch nicht so gut mit der Online-Kommunikation ausgehen, hier eine sehr vereinfachte Erklärung, was es mit dem Web 2.0 auf sich hat:

Web 2.0 ist an sich nur ein Begriff für neue Anwendungen, Dienste und Inhalte im Internet, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Dabei geht es weniger um eine Zäsur, sondern eine Entwicklung, die noch nicht abgeschlossen ist. Nach und nach wurden Lösungen geschaffen, die so einfach zu bedienen sind, dass sie eine viel größere Zielgruppe ansprechen als noch vor rund zehn Jahren. Heute ist es so einfach geworden, selbst Inhalte jeglicher Art im Internet zu publizieren, dass es zum einen immer mehr Beiträge privater Nutzer gibt und zum anderen eine größere Themenvielfalt entstanden ist. Jeder findet heute das, was ihn ganz persönlich interessiert, mag dies noch so speziell sein. Hinzu kommt, dass der Dialog, der Austausch über das Internet eine immer größere Rolle spielt. Nutzer kommentieren Beiträge, bewerten und geben Tipps. So ist das Web 2.0 die Einladung an alle, sich einzubringen, zu stöbern und zu teilen.

Ratzefummel

Dienstag, den 22. Januar 2008

In unserer Wortsammlung soll es heute um das Ratzefummel gehen, auch bekannt als Radiergummi. Das Wort ist in zweierlei Hinsicht interessant. Zum einen weil es kaum noch benutzt wird und bekannt ist, zum anderen weil auch der damit bezeichnete Gegenstand selbst an Bedeutung verloren hat. Ich habe gerade mein letztes Exemplar, einen knallbunten Fisch, entsorgt. Obwohl mein Mann dauernd neue Bleistifte anschleppt, benutze ich die nie und brauche somit auch kein Radiergummi. Wobei es wirklich schöne Bleistifte gibt, zum Beispiel die Bleistift-Verlängerer von Faber-Castell. Doch mir geht es mit Stiften so wie mit Notizbüchern. Hochmotiviert nehme ich mir regelmäßig vor, nie wieder Werbekulis und Schmierzettel mit zu einem Kundentermin zu nehmen und nur noch die eine ledergebundene Kladde und den Füller zu verwenden. Meist halte ich mich ein oder zwei Wochen an diesen Vorsatz, vergesse die Kladde, und alles ist vergessen.

Doch zurück zum Ratzefummel. Wieso Schüler in den 70ern und 80ern cool ihr Radiergummi als Ratzefummel bezeichnet haben, ist nicht geklärt. Mit “Fummeln” war und ist meist ohnehin etwas anderes gemeint… Und obwohl es manchmal sehr “fummelig” ist, etwas wegzuradieren, habe ich eine andere Theorie für die Herkunft des Wortes. Im Mittelhochdeutschen war das “f” ein “v” und das “vumen” ein “veimen”. Veim bedeutet Schaum, veimen war das Verb für abschäumen oder abfegen. Und schon sind wir beim Radiergummi, mit dem man den Bleistiftstaub wegfegt und das aus einer Art festem Schaum besteht. Nun ja, man kann sich seine Erklärungen auch herbeireden, und für diese übernehme ich keinerlei Gewähr. Fest steht: Ratzefummel ist ein schönes Wort. Es wäre schade, dies aussterben zu lassen.

Von Laufstraßen und Löffelschaum

Montag, den 14. Januar 2008

Werbung eignet sich bestens zum Aufspüren von Neologismen und Unsinn. Abgesehen davon, dass mir Barbara Schöneberger ohnehin zu laut und zu präsent ist, muss sie nun auch noch für Nescafé im TV-Spot „Schaumlöffler“ zum Kauf von Kaffee-Pads animieren. Dabei handelt es sich nicht um gewöhnliche Kaffee-Pads, sondern um „Löffelschaumprodukte“. Löffelschaum für Schaumlöffler, was soll das bitte sein? Ein Löffel, der bei richtigem Löffeln Schaum schlägt? Jemand, der im Schaumbad gerne löffelt? Ein Restaurantgast, dem vor Wut über den Kellner der Schaum vorm Mund auf den Suppenlöffel tropft?

Ähnlich fragwürdig ist der Begriff „Laufstraßen“, der aktuell in einem Spot für einen Teppichreiniger fällt. Die geplagte Hausfrau ist verzweifelt ob der Laufstraße in ihrem Wohnzimmer. Bisher dachte ich, dass es sich dabei um die Fertigungsanlage in der Industrie handele; oder um eine Straße für Jogger. Vielleicht sind Parkett-Besitzer hier im Nachteil, aber ganz ehrlich, von Laufstraßen auf dem Teppich habe ich noch nie gehört.

Über meinen absoluten Favoriten der irrwitzigen Werbesprüche haben sich schon andere wie der Chaosblogger und das Aloha Weblog ausgelassen. Doch man muss sich die Werbung von Clearblue für einen Schwangerschaftstest einfach auf der Zunge zergehen lassen (oder besser nicht): „Erleben Sie die größte technische Revolution auf die ein Urinstrahl treffen kann!” Als Frau kann ich nur sagen: Pfui! Es geht um Babys, nicht gewollte oder gewollte. Wie egal kann es da sein, wohin man uriniert? Zumal sich der Test nur dadurch von anderen unterscheidet, dass ein „Schwanger“ statt einem Strich oder Kreuz erscheint. Wie revolutionär.

Kilroy

Sonntag, den 13. Januar 2008

Wie versprochen soll es bei der Wörter-Sammlung in diesem Blog gleich zu Beginn um den Begriff “Kilroy” gehen, immerhin ist das hier der Kilroy Blog. Den meisten Menschen sagt der Kilroy weniger dem Begriff nach etwas, doch die ein wenig alberne Figur mit großen Augen und langer Nase kennt fast jeder. Ich selbst habe mit dem Männchen irgendwann zu Beginn der 80er Jahre meine Schulhefte und -bücher verziert. Doch woher kommen Begriff und Name?

Vermutlich stammt der Ausspruch “Kilroy was here” von Schiffsinspektor James J. Kilroy; er habe bei Kontrollgängen die Schiffsrümpfe mit dem Satz beschriftet, um so zu dokumentieren, welche Schiffswände ordnungsgemäß abgedichtet waren. Der Legende nach sei ein derart gekennzeichnetes Schiff bei einem Militäreinsatz den US-Soldaten aufgefallen. Doch die konnten nichts mit der Aussage anfangen. Sie wussten nur, dass Kilroy schon da war… Und trotzdem - oder gerade wegen des Mysteriums um den “Eroberer” - begann schnell ein kleiner Wettbewerb unter den Soldaten; es ging darum, den Kilroy als Erster anzubringen - an schwer zugänglichen oder gar unmöglich erreichbaren Orten.

Und so haben wir uns für Kilroy PR als Agenturnamen entschieden, etwas vermessen vielleicht, aber zumindest auch ein Ansporn, selbst schwierigste Ziele zu erreichen. Da es in diesem Journal zudem um das Entdecken von Wörtern geht, passt Kilroy Blog prima. Und damit soll es genug sein mit der Eigenwerbung.

Wikipedia hält zahlreiche weitere Infomationen zum Kilroy bereit.